Wiesendangen

Ja zum Gewerbegebiet, doch es kommt zur dritten Abstimmung

Das Gewerbegebiet zwischen Autobahn und Bahnhof Wiesendangen erhielt an der Gemeindeversammlung vom Montagabend ein knappes Ja. Die Gegner ziehen aber alle Register und so kommt es im Februar zur Urnenabstimmung.

12 Hektaren Kulturland sollen laut den Behörden in ein Gewerbegebiet eingezont werden. Im Februar folgt nun die finale Abstimmung.

12 Hektaren Kulturland sollen laut den Behörden in ein Gewerbegebiet eingezont werden. Im Februar folgt nun die finale Abstimmung. Bild: Heinz Kramer

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920 Wiesendangerinnen und Wiesendanger haben am Montagabend in der Wisenthalle über das regionale Gewerbegebiet zwischen Bahnhof und Autobahn abgestimmt. Rekordbeteiligung an Urs Borers erster Versammlung als Gemeindepräsident. 431 stimmten dafür, das entsprach 46,8 Prozent, 414 Personen waren gegen die Einzonung von 12 Hekt­aren Landwirtschaftsland vor den Toren Wiesendangens. Doch die Befürworter freuten sich zu früh. Direkt im Anschluss zur Abstimmung verlangte GLP-Präsident Thomas Fischbacher nämlich eine Urnenabstimmung. «Das Resultat ist zu knapp», begründete er. Sein Antrag erreichte mit 428 Stimmen auch das nötige Drittel der Stimmen deutlich.

Alle Parteien sagen Ja ausser der GLP

Zuvor war während eineinhalb Stunden gegen und vor allem für das neue Gewerbegebiet argumentiert worden. Von den Ortsparteien machte sich einzig die GLP gegen die Einzonung stark. Die restlichen Parteien, namentlich die CVP, EVP, FDP und SVP, befürworteten den Antrag des Gemeinderats. Gemeindepräsident Urs Borer (FDP) hatte das Projekt zu Beginn der Versammlung als «Generationenprojekt» und «Chance» bezeichnet, auch um Steuern für die Zukunft zu sichern. Denn, so zeigte er es auf einer Folie, in Wiesendangen kommen auf 100 Einwohner nur 21 Arbeitsplätze. Zum Vergleich: In Winterthur sind es 64.

Gemeindepräsident Urs Borer im Interview. Video: Jonas Gabrieli

Die Diskussion eröffnen durfte Bäckermeister Ruedi Meier, Präsident des Gewerbevereins: «Nach der letzten Abstimmung wurde mir vorgeworfen, nichts gesagt zu haben. Das muss ich auf meine Kappe nehmen.» Nun sei aber der Moment, um zu sprechen und das Missverhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Wohnraum zu korrigieren.

Die anschliessende Debatte verlief grösstenteils ruhig und sachlich. Die Meinungen schienen gemacht. Nur einmal musste Borer einen Teilnehmer zurechtweisen, der nach einem Kontra-Referat johlte und zum Klatschen animierte. Etwas, was Borer zu Beginn explizit untersagt hatte.

Gegner werfen Pro-Komitee Manipulation vor

Gegner Christoph Herzog, der sich Anfang Monat bereits beim Bezirksrat über die erneute Abstimmung beschwert hatte, bezeichnete das Weisungsbüchlein des Gemeinderats und die Visualisierungen des Pro-Komitees als «Manipulation» und warnte vor mehr Verkehr und Lärm, wenn das Gewerbegebiet angenommen würde. Zunächst verlangte er eine geheime Abstimmung, die jedoch nicht genügend Unterstützung fand. Ein Drittel der Stimmen hätte es dafür gebraucht, die 101 Ja-Stimmen reichten nicht, und so musste an diesem Abend jeder zeigen, auf welcher Seite er steht.

Präsident Borer wehrte sich: «Den Vorwurf der Manipulation weise ich zurück.» Er meinte, die Einzonung sei die Chance auf einen «Lottosechser». Es gebe keine weitere Möglichkeit, diesen zu erhalten. Er hatte unrecht: Am 24. Februar kommt es durch den Antrag des GLP-Co-Präsidenten zur dritten Abstimmung über das Gewerbegebiet innert 17 Monaten. Momentan steht es zwischen Befürwortern und Gegnern 1:1. Jeder konnte einmal punkten. Im September 2017 war die Einzonung mit 299 zu 164 Stimmen noch deutlich abgelehnt worden. (Landbote)

Erstellt: 26.11.2018, 22:45 Uhr

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