Winterthur

Jährlich 250'000 Franken mehr – wie es dazu kommt

Wird die Theaterauslagerung umgesetzt, produziert das im Minimum 250'000 Franken Mehrkosten pro Jahr. Die Gründe kurz erklärt.

Um als gemeinnützige Aktiengesellschaft ausserhalb der Stadtverwaltung zu bestehen, braucht das Theater Winterthur zusätzliche Strukturen und mehr Personal. Dieser Ausbau des Apparates kostet.

Um als gemeinnützige Aktiengesellschaft ausserhalb der Stadtverwaltung zu bestehen, braucht das Theater Winterthur zusätzliche Strukturen und mehr Personal. Dieser Ausbau des Apparates kostet. Bild: Archivbild: Enzo Lopardo

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Die Umwandlung des Stadttheaters in eine Aktiengesellschaft, über die Winterthur am 24. März abstimmt, soll der Theaterleitung mehr Freiheiten und bessere Chancen im Wettbewerb um Sponsorengelder bringen. Trotzdem ist das Auslagerungsprojekt keine Sparmassnahme, sondern es schafft auf lange Sicht Mehrkosten von mindestens 250'000 Franken pro Jahr.

Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens müssen für die AG neue Strukturen aufgebaut werden. Es braucht eine neue Stelle für Personal und Finanzen, einer Stelle fürs Fundraising, Aufwendungen für die Revisionsstelle, die Aktionärsversammlung, den Jahresbericht und die Informatik. Hinzu kommen die Zinsen für das Aktienkapital, das die Stadt einschiesst, sowie einer Reserven-Bildung von 30'000 Franken im Jahr. Zweitens kann die Stadt, die heute viele Leistungen zentral erbringt, im Gegenzug keine Stellen abbauen. Ihre Kosten bleiben dieselben und sie werden als sogenannte Overhead-Kosten weiterhin auf den Bereich Theater umgelegt.

In der Weisung, die der Abstimmung zugrunde liegt, hat die Stadt die zwei Szenarien durchgerechnet, aus denen die Kostendifferenz resultiert. Im Szenario 1 bleibt das Theater Teil der Verwaltung. Es bekommt mehr Geld als heute fürs Programm und für die Vermarktung, aber keine neue Stelle für das Fundraising. Im Szenario 2 wird das Theater in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, es gibt dieselben zusätzlichen Mittel fürs Programm und die Vermarktung – plus eine Stelle für die Sponsorensuche.

Beide Szenarien werden aufgrund von Prognosen für die Sponsoreneinnahmen und Eintritte auf fünf Jahre hinaus berechnet. Im ersten Jahr kostet die Theater AG demnach 459'000 Franken mehr als das Alternativszenario. Weil nach einer Anlaufzeit mehr Sponsorengelder fliessen sollen, verkleinert sich dann die Differenz. Wird das Sponsoring-Potenzial einmal ausgeschöpft, kostet die Auslagerung des Theaters die erwähnten 250'000 Franken pro Jahr mehr.

Die Studie im Hintergrund

Zentrale Grundlage der Berechnungen wie der Theatervorlage überhaupt ist eine Studie des Kulturberatungsunternehmens Actori. Dieses empfiehlt dem Theater Winterthur, mehr in Vermarktung und Programm zu investieren, um langfristig die Qualität zu halten. Bei einer Verselbstständigung macht die Studie Potenziale im Fundraising aus.

Im Rückblick auf die letzten Jahre stellt die Studie dem Theater zudem ein gutes Zeugnis aus. Im Gegensatz zu den meisten in der Branche habe das Theater Winterthur von 2008 bis 2015 die Einnahmen gesteigert und weniger öffentliche Zuschüsse beansprucht

Erstellt: 20.01.2019, 16:02 Uhr

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