Winterthur

Jeder Dritte findet, Politik und Freikirchen sind zu eng miteinander verflochten

Wie stark verfilzt sind Freikirchen, Politik und Verwaltung? Zu sehr. Das findet zumindest ein Drittel der lokalen Parlamentarier.

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Mit der Quellenhof-Stiftung, dem Läbesruum oder der Arche haben sich in Winterthur grosse Sozialwerke mit freikirchlichem Hintergrund etabliert, mit der Parkarena oder dem Gate27 markieren die Freikirchen ebenfalls Präsenz. Doch wie stark und breit abgestützt ist die Verquickung zwischen Freikirchen, Verwaltung und Politik?

Der «Landbote» hat bei den Mitgliedern des Gemeinderates eine Umfrage zum Thema «Religion» durchgeführt. Ein Ergebnis lautet: 30,6 Prozent der Befragten ist die Verflechtung zwischen Freikirchen und Politik zu stark, 29,6 Prozent nicht und 40,8 Prozent sind sich nicht sicher («weiss nicht»).

Fast jeder dritte Gemeinderat glaubt, dass Freikirchen, Politik und Verwaltung zu stark verflochten sind.

Stadtrat buhlt bei der Evangelischen Allianz um Stimmen

Wo, denken die Freikirchen-kritischen Politker, spielen die Glaubensgemeinschaften ihren Einfluss konkret aus? Auf Anfrage fallen Stichworte wie die christliche Schule SalZH, die sich im Zeughausareal auf städtischem Boden einquartiert hat. Auch beim Projekt der Ballsportarena «Win4» scheint es offene Fragen zu geben.

«Wie gross der Einfluss der Freikirche tatsächlich ist, bleibt ein Bauchgefühl»

«Die Freikirchen sind präsent, das ist klar. Wie gross ihr Einfluss tatsächlich ist, bleibt aber ein Bauchgefühl», sagt etwa David Berger (AL). Ein deutliches Zeichen für deren politisches Gewicht sei allerdings, dass der Stadtrat jeweils geschlossen im Gate27 vor den Wahlen jeweils geschlossen zum Podiumsgespräch antrabe, zu dem die Evangelische Allianz Winterthur einlädt und das Ende Januar wieder stattfindet. Der Grünliberale Urs Glättli wiederum findet auffällig, wie viele Gemeinderäte inzwischen aus dem Freikirchen-Milieu stammen.

Die Umfrage-Ergebnisse geben Glättli recht. Sechs Gemeinderäte geben an, Mitglied einer Freikirche zu sein, zwei zählen zum freikirchlichen Umfeld, das sind 13,3 Prozent oder beinahe jeder Siebte. Damit sind die Freikirchler deutlich übervertreten – doch im Vergleich mit ihrem Anteil in der Bevölkerung überrepräsentiert ist auch die Konfession, die im Parlament nach wie vor klar dominiert: diejenige der Reformierten.

11,8 Prozent der Gemeinderäte sind in einer Freikirche, fast jeder Siebte verkehrt im freikirchlichen Milieu.

Lesen Sie hier die ausführliche Analyse mit sämtlichen Ergebnissen der Umfrage.

(Landbote)

Erstellt: 28.12.2017, 19:11 Uhr

Umfrage

Eine Landbote Umfrage zeigt: Jeder siebte Winterthurer Gemeinderat stammt aus dem Milieu einer Freikirche. Ist deren Einfluss auf die städtische Politik zu gross?

Ja, Freikirchen und Politik sind zu stark miteinander verflochten.

 
43.8%

Nein, es gibt keine starke, geeinte Freikirchen-Lobby.

 
27.5%

Egal. Unsere Politik hat andere Probleme.

 
28.7%

258 Stimmen


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