Stadtrat

Kein Tempo 30 in Veltheim wegen zu vielen Trottoirs

Die Feldstrasse in Veltheim wird nicht verkehrsberuhigt, auch aus Kostengründen.

Für eine Tempo-30-Zone müssten die Trottoirüberfahrten an der  Feldstrasse in Veltheim weg. Das ist dem Stadtrat zu teuer.

Für eine Tempo-30-Zone müssten die Trottoirüberfahrten an der Feldstrasse in Veltheim weg. Das ist dem Stadtrat zu teuer. Bild: Johanna Bossart

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Auch wenn ein Bürgerbegehren mit «Tempo» betitelt ist, mahlen die Mühlen der Stadtverwaltung nicht unbedingt schneller: Vor über vier Jahren baten die Anwohner der Feldstrasse um eine Verkehrsberuhigung, von Tempo 50 auf 30. Nun hat der Stadtrat entschieden: An der Feldstrasse, die von der Wülflingerstrasse direkt in den Velthemer Dorfkern führt, bleibt alles beim alten. Zu Details des Entscheids äussert sich das Gremium nicht.Laut Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei, ist der Entscheid gegen die Tempoberuhigung aus verkehrspolizeilicher Sicht vertretbar: «Die Feldstrasse ist kein Unfallschwerpunkt, das Tempo wird laut unseren Messungen weitgehend eingehalten und die Strasse wird nicht als Schleichweg missbraucht.» Grundsätzlich handle es sich bei der Strasse um eine «breite übersichtliche Strasse» mit Trottoirs auf beiden Seiten. Sie gilt deshalb laut Wirz aus Expertensicht als sicher.

Bis zu 200 000 Franken

Ein wichtiger Aspekt bei dem Stadtratsentscheid dürfte die Kostenfrage gewesen sein. Laut der Stadtpolizei hätten acht von elf Trottoirüberfahrten zurückgebaut werden müssen.

Der Rückbau wäre nötig geworden, damit im Rechtsvortritt-Regime der Tempo 30-Zone keine Missverständnisse entstehen. Die Stadtpolizei beziffert die Rückbaukosten für eine Einmündung auf 20 000 bis 25 000 Franken, insgesamt hätte die Stadt also 160 000 bis 200 000 Franken aufwenden müssen.

«Die Feldstrasse ist kein Unfallschwerpunkt.»Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei

Zum Vergleich: In Hegi entsteht derzeit eine grössere Tempo 30-Zone für ungefähr 20 000 Franken. Knapp die Hälfte der Hegifeldstrasse und zwei angrenzende Strassenstücke sind neu als Tempo 30-Zonen signalisiert. Ein direkter Kostenvergleich ist aber laut Stadtpolizei nicht sinnvoll, da in Hegi Stadtwerk und Stadbus die Zonenänderung nutzen, um eigene Projekte zu erledigen.

Änderung ist 2020 in Sicht

Trotz dem Kostenargument überrascht der Entscheid gegen die Tempo 30-Zone in Veltheim. Denn einerseits wurde die Bewilligungspraxis des Stadtrats in den letzten Jahren immer liberaler, die Feldstrasse grenzt bereits an mehrere Zonen mit Tempo 20 oder 30. Und zudem soll der gemächliche Charakter der Feldstrasse ab 2020 noch stärker betont werden: Bis dann entsteht an der Strasse der neue Ruhtalplatz, er ist Teil der «Überbauung zur Weinlese»: Unter diesem Namen entstehen in der ehemaligen Volg-Weinkellerei rund 120 Wohnungen.

Klare Kritik am Stadtratsentscheid ist aus Veltheim aber nicht zu hören. Beim Ortsverein sagt man neben bedauernden Voten auch, es gebe dringendere Orte für eine Verkehrsberuhigung.

(Der Landbote)

Erstellt: 07.05.2018, 17:29 Uhr

Verkehrsberuhigte Zonen

Die Polizei behält die Übersicht für sich

Die Stadtpolizei führt eine aktuelle Liste mit den Anträgen zu Tempo 30-Zonen, veröffentlichen will sie diese aber nicht: «Wir haben nichts zu verbergen, aber es sind derzeit soviele Einsprachen hängig, dass eine Veröffentlichung nur zu unnötigen Diskussionen führen würde», sagt Sprecher Michael Wirz.
Eine Übersicht über die bereits genehmigten Tempo 30- und 20-Zonen in der Stadt gibt eine Karte unter www.stadtplan.winterthur.ch (direkter Link dazu auf www.landbote.ch).
In den letzten Jahren nahmen die verkehrsberuhigten Zonen stark zu, dies entspricht einem generellen Trend in Schweizer Städten. Im August 2013 erhielt Oberwinterthur die erste Begegnungszone der Stadt mit Tempo 20. Vereinfacht wurde die Gesuch­stellung durch einen Leitfaden. mpl

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