Seuzach

Kirchenstiftung ist jetzt im Handelsregister

Die alte Stiftung St. Martin Seuzach ist neu im Handelsregister eingetragen. Doris Fiala sei Dank. Die Oberaufsicht bleibt beim Bistum.

Ohne die Stiftung St. Martin hätte das Land, auf dem die katholische Kirche steht, 1959 nicht erworben werden können.

Ohne die Stiftung St. Martin hätte das Land, auf dem die katholische Kirche steht, 1959 nicht erworben werden können.

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Das Schweizerische Handelsblatt vermeldete am 23. Februar einen Neueintrag. Die St. Martin-Stiftung Seuzach sei jetzt im Handelsregister aufgeführt. Die Stiftung bezweckt, «der römisch-katholischen Kirche die Ausübung des Gottesdienstes und der Seelsorge im Gebiete Seuzach zu ermöglichen». Zudem kann sie Liegenschaften kaufen sowie eine Kirche samt kirchlichen Zweckbauten errichten, heisst es im Eintrag.

Was hat das um Gottes Willen zu bedeuten? Wollen die Seuzacher Katholiken an einem anderen Ort eine neue Kirche bauen? «Keineswegs», sagt Pfarrer Beat Auer. Falls diese Laienfrage ihn amüsiert, lässt er sich das nicht anmerken. «Ich werde das immer wieder gefragt», räumt er ein und erklärt geduldig: «Die Stiftung St. Martin wurde nicht neu gegründet, es gibt sie schon seit 1959.»

Der Grund für den Eintrag ins Handelsregister sei ein anderer: «Vor einem Jahr ist ein Gesetz in Kraft getreten, demzufolge sich neu auch die religiösen Stiftungen ins Handelsregister eintragen müssen.» Die Kirchenstiftungen hätten dafür Zeit bis Ende 2020.

Transparenz gefordert

Die Gesetzesänderung geht auf einen Vorstoss der Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala zurück . Sie hat Ende 2016 in einer Interpellation gefordert, dass auch die Kirche gegenüber dem Fiskus so transparent sein solle wie alle anderen Institutionen. Mit Blick auf Terrorfinanzierung und Geldwäscherei sollten künftig auch religiöse Stiftungen – wie alle anderen – der staatlichen Aufsicht unterstellt werden, forderte Fiala.

Die katholische Kirche entrüstete sich. Das Bistum nehme seine Aufsichtspflicht gegenüber kirchlichen Stiftungen sehr wohl wahr, hielten die Katholiken entgegen. An diesem Punkt wurde bis heute denn auch nicht gerüttelt. «Unsere Stiftung ist nach wie vor dem Bischof in Chur unterstellt», sagt der Seuzacher Pfarrer. Im Kanton Zürich gebe es etwa 100 katholische Kirchenstiftungen.

Die Geschichte der Pfarrei St. Martin und der gleichnamigen Stiftung ist eng verknüpft: Im Gründungsjahr der Stiftung, 1959, war die Katholische Kirche im Kanton Zürich noch nicht öffentlich-rechtlich anerkannt. Darauf musste sie bis 1963 warten. «Es brauchte eine geeignete Rechtsform, um 1959 Land erwerben und darauf eine Kirche bauen zu können», erzählt Auer. 1972 erhielten die Katholiken in Seuzach dann ihre eigene, mit Spenden finanzierte Kirche.

Die heutige Bedeutung der Stiftung stuft Auer als «eher symbolisch» ein. «Ihr gehört das Land, auf dem die Kirche steht, und sie dient als Durchlaufkonto für Spendengelder.»

Der Pfarrei St. Martin in Seuzach gehören die Pfarrämter von Seuzach, Hettlingen, Dägerlen, Dinhard, Altikon und Thalheim, an. Sie hat rund 3000 Mitglieder und bildet mit der Pfarrei St. Stefan Wiesendangen die römisch-katholische Kirchgemeinde Rickenbach-Seuzach. (Der Landbote)

Erstellt: 05.03.2018, 17:31 Uhr

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