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Klare Mehrheit für Schutz des Schutzwalls

Eine Taskforce setzt sich gegen den geplanten Abbau des ostseitigen Lärmschutzwalls an der A4 ein. Am Samstag übergab sie dem Gemeinderat eine Petition mit 1788 Unterschriften für den Erhalt des Schutzwalls.

Ein dickes Bündel an Unterschriften wird Richard Weber und Bruno Kräuchi von den Taskforcevertreterinnen Romi Staub und Marlies Wohlgensinger (v. l.) beim Kaiserbuck übergeben.
Ein dickes Bündel an Unterschriften wird Richard Weber und Bruno Kräuchi von den Taskforcevertreterinnen Romi Staub und Marlies Wohlgensinger (v. l.) beim Kaiserbuck übergeben.
Heinz Diener

Rund 50 Personen versammelten sich am Samstag auf der gesperrten Aeschemerstrasse, direkt über der Autobahn A4. Darunter auch Romi Staub von der Hettlinger Taskforce pro Erdwall. Die Petitionsleiterin stellt gleich zu Beginn klar: «Was das Bundesamt für Strassen (Astra) hier mit uns machen will, verstösst gegen die Planungs- und Rechtssicherheit.» Sie spricht damit den Erdwall ostseitig der Autobahn an. Er schützt Hettlingen momentan vor Lärm und Abgasen. Das Astra will ihn allerdings im Rahmen der geplanten Erweiterung der A4 auf vier Fahrbahnen ersatzlos abbauen.

Ein Grossteil der Hettlinger ist mit diesen Plänen nicht einverstanden. Das haben sie ihrem Gemeinderat nun anhand einer Petition klargemacht. Darin sprachen sich 1788 Einwohner gegen den ersatzlosen Abbau des Erdwalls aus – was rund 70 Prozent aller unterschriftsberechtigten Personen sind. Am Samstag übergab Staub nun den rund sechs Zentimeter dicken und über drei Kilo schweren Unterschriftenstapel an Gemeindepräsident Bruno Kräuchi. Dieser konnte es kaum fassen, als er von der Anzahl gesammelter Unterschriften erfuhr: «Mir lief es kalt den Rücken herunter.» Damit unterstreiche Hettlingen seine grosse Solidarität gegenüber der Dorfgemeinschaft. Kräuchi versprach, dass sich der Gemeinderat beim Bund mit allen Möglichkeiten für das Anliegen starkmachen werde, und fügt an: «Wir hoffen aber auch auf Unterstützung vom Kanton und von der Regionalplanung Winterthur und Umgebung.»

Nicht zwingend gemäss Astra

Die Kosten für den Neuaufbau des Erdwalls schätzen die Taskforcemitglieder auf rund 250 000 Franken. Im Verhältnis zu den Gesamtkosten der A4-Erweiterung, die sich auf rund 235 Millionen Franken belaufen, dürfte dieser Betrag ihrer Ansicht nach kaum ins Gewicht fallen. Dennoch wehrt sich der Bund gegen den Wiederaufbau, da der Wall gemäss heutigem Lärmschutzrecht nicht zwingend sei. Ausserdem behaupte das Astra, dass der Wall ursprünglich bloss als Abraumdeponie gedacht war. Das lässt sich allerdings anhand eines technischen Berichts aus dem Jahr 1988 widerlegen.

Treffen am 11. Juli

Nebst der Petition übergab die Taskforce auch eine Liste von Fragen an den Gemeinderat. Diese drehen sich vor allem um die Zuständigkeiten und Vorgehensweisen in Bezug auf die Verhandlungen. Ein erstes Treffen zwischen dem Astra und allen vom Ausbau betroffenen Gemeinden ist auf den 11. Juli angesetzt. Erste Entscheidungen sind wohl frühestens gegen Jahresende zu erwarten.

Mit Hufeisen zum Erfolg

Damit die Verhandlungen aus Hettlinger Sicht dann auch so erfolgreich wie möglich verlaufen, hat Taskforcemitglied Markus Senn zum Abschluss der Veranstaltung noch eine Überraschung für Gemeinderat Richard Weber vorbereitet. Dieser ist als Vorstand des Hettlinger Tiefbauamts für die künftigen Verhandlungen mit dem Astra zuständig. Und nun wohl auch bestens dafür ausgerüstet. So enthielt sein Überraschungspaket unter anderem ein Handbuch für Konfliktmanagement, Pro-Erdwall-Shirts zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls oder auch ein Hufeisen für die nötige Portion Glück.

Zu guter Letzt holte Senn eine Flasche Wein aus der Kiste, mit der ein allfälliger Erfolg gefeiert werden soll. Wenn es nach ihm geht, am besten in Form eines Dorffests. So sagt er zum Abschluss seiner Rede wohl nicht ganz ernst gemeint: «Da reicht keine normale Dorfet mehr. Falls unser Anliegen durchkommt, veranstalten wir hier ein Rock am Wall.»

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