Winterthur

Kommt der Bär ins Bruderhaus?

Schon lang gibt es Pläne, das grösste einheimische Raubtier in den Wildpark zu bringen. Dazu muss aber erst der Stadtrat Ja sagen – und es gibt auch Gegenargumente.

Trottet der Braunbär bald durch ein Gehege im Winterthurer Wald? Braunbärenweibchen im Wildnispark Zürich.

Trottet der Braunbär bald durch ein Gehege im Winterthurer Wald? Braunbärenweibchen im Wildnispark Zürich.

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Dass es konkrete Pläne gibt, im Wildpark Bruderhaus ein Bärengehege einzurichten, berichtet heute der «Tages-Anzeiger». Tatsächlich hat die Präsidentin der Wildparkvereins, die frühere FDP-Gemeinderätin Ruth Werren, bereits seit Monaten ein weit gediehenes Projekt in der Tasche. Kostenpunkt: Bis zu einer Million Franken. Bezahlen würde dieses Geld nicht die Stadt, sondern der Wildparkverein, durch Privat- und Firmenspenden, den Verkauf von Geschenkartikeln oder durch Patenschaften.

Ruth Werren, Jahrgang 1939, hat schon einmal bewiesen, dass sie das kann. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes erreichten sie und ihr 2001 gegründeter Verein dass der Wildpark 2008 ein Wolfsgehege einweihen konnte. Das brachte ihr den Spitznamen «Wolfsmutter» ein. Ein weiteres Grossprojekt war das stark vergrösserte und erneuerte Gemeinschaftsgehege für Wildpferde und Mufflonschafe, das vor einigen Jahren eingeweiht wurde.

Noch kein Entscheid des Stadtrats

Was den Bär betrifft, hielt sich Ruth Werren allerdings bisher immer bedeckt. «Ich möchte erst darüber reden, wenn der Stadtrat entschieden hat», pflegte sie dem «Landboten» zu sagen, wenn man sie auf ihre jüngsten Pläne ansprach. Ihre Begeisterung für die Idee, neben Luchs und Wolf auch das letzte einheimische Grossraubtier im Bruderhaus zu zeigen, war allerdings deutlich spürbar.

Zuständig für den Wildpark Bruderhaus ist im Winterthurer Stadtrat Ruth Werrens Parteikollege Stefan Fritschi. Auch er wollte keine Stellung nehmen, solange der Stadtrat noch keinen Entscheid getroffen hat. Fritschi liess aber durchblicken: Diese Sache werde durchaus kritisch geprüft. So war dann auch nach einer ersten Besprechung im April noch kein Entschluss gefallen.

Wildpark Bruderhaus im Verkehrsdilemma

Neben den Fragen, ob ein Bär (oder mehrere) im Wildpark überhaupt artgerecht gehalten werden können, und welche Betreuungskosten dabei anfallen würden, steht der Wildpark Bruderhaus nämlich vor einem grundsätzlichen Dilemma: Eine grössere Attraktivität ist aus Sicht der Stadt Winterthur gar nicht unbedingt erstrebenswert. Denn erstens verdient die Stadtkasse an zusätzlichen Besuchern nichts, da der Park keinen Eintritt kostet. Und zweitens ist der Parkplatz bereits jetzt an schönen Wochenendtagen regelmässig überfüllt und ein engerer Bustakt würde zusätzliche Kosten verursachen. Das Problem wird sicher nicht kleiner dadurch, dass das Bruderhaus mit dem komplett erneuerten Spielplatz letztes Wochenende einen neuen Familienmagneten erhalten hat.

Braunbären gibt es im Kanton bisher im Wildnispark Zürich im Sihlwald zu sehen. Bis der Bär auch auf dem Eschenberg brüllt, werden auch im besten Fall Jahre ins Land ziehen, denn die Finanzierung und der Bau der Gehege, der wo immer möglich durch Mitarbeiter von Stadtgrün realisiert wird, verschlingen viel Zeit, wie die Erfahrung bei den Wölfen, Mufflons und beim Luchs zeigt. Doch ob es überhaupt dazu kommt, darüber wird nicht im Wald entschieden, sondern im Superblock, an einer Stadtratssitzung. «Wir werden die Medien dann informieren, wenn es so weit ist», sagte Stadtrat Fritschi kürzlich auf Anfrage. (Der Landbote)

Erstellt: 09.05.2018, 06:37 Uhr

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