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Kritik an Kosten für Sion 2026 — und Jürg Stahls Olympialohn

In einem Monat stimmt das Wallis über einen Kredit für Olympische Winterspiele im Jahr 2026 ab. Befürworter und Gegner liegen fast gleichauf. Mitten im Abstimmungskampf: der Winterthurer Jürg Stahl, OK-Präsident des Olympiaprojekts.

Jürg Stahl, der OK-Präsident des Olympiaprojekts «Sion 2026», steht wegen seiner Entschädigung in der Kritik.
Jürg Stahl, der OK-Präsident des Olympiaprojekts «Sion 2026», steht wegen seiner Entschädigung in der Kritik.
Keystone

In einem Monat stimmt das Wallis über einen Kredit für Olympische Winterspiele im Jahr 2026 ab. Befürworter und Gegner liegen fast gleichauf. Mitten im Abstimmungskampf: der Winterthurer Jürg Stahl, OK-Präsident des Olympiaprojekts.

Der Bundesrat hat im letzten Oktober entschieden, eine Milliarde Franken an Olympia beizusteuern. Dieser Kredit muss im Herbst durch die Räte, kommt aber nicht vors Volk. Hauptgrund ist der enge Zeitplan: Die Kandidatur muss bis im Januar beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht werden.

Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern, bezeichnet diese Konstellation im Interview als unglücklich: «Der Bundesrat begründet den Kredit unter anderem damit, dass die Spiele den Zusammenhalt in der Bevölkerung stärken sollen. Das geht eigentlich nicht ohne Einbezug der Bevölkerung.» Stettler glaubt zudem, dass die positive Wirkung der Olympischen Spiele überschätzt wird.

120 000 Franken für Stahl

Dass vor rund einer Woche noch der Lohn für Jürg Stahls Mandat als OK-Präsident durchgedrungen ist, macht die Sache für die Organisatoren nicht einfacher. Laut der Zeitung «Le Nouvelliste» liegt dieser bei 120 000 Franken pro Jahr. Finanziert wird ­dieser grösstenteils von öffentlichen Geldern. Die Winterthurer SP-Nationalrätin Mattea Meyer schreibt auf Twitter dazu: «Von wegen Teamgeist, Zusammenhalt und so: Es geht eben doch nicht um den Sport, sondern um den Stutz.»

Stahl wehrt sich gegen den ­Vorwurf und sagt, dass «sich die Entschädigung in einem sehr ­vernünftigem Mass bewegt». Bei einer Olympiakandidatur handle es sich um ein grosses Projekt, das entsprechend grossen Einsatz erfordere. «Diesen Einsatz bin ich gerne bereit zu leisten, ohne Blick auf die Uhr oder den Wochentag», sagt Stahl.

Für ihn ist Sion 2026 eine grosse Chance: «Ich bin überzeugt, dass Olympia eine unglaubliche Entwicklung in und für unser Land anstossen würde.» Er nennt die Olympiastädte Barcelona und Lillehammer aus den 1990er-Jahren als Beispiele lang anhaltender positiver Entwicklungen.

Direkte staatliche Investitionen in den Tourismus oder den Sport schätzt Stahl als komplizierter und kostspieliger ein als Olympische Winterspiele. Stettler sagt hingegen: «Mit direkten Investitionen würde man wohl mehr erreichen.»

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