Winterthur

«Kulturelle Nahrung» für Neuhegi

Innert fünf Jahren hat sich das Musikzentrum Giesserei in Neuhegi zum Quartiertreffpunkt entwickelt. Geleitet wird es von Martin Lugenbiehl.

Chorleiter Martin Lugenbiehl am Zimmermann-Flügel im Musikzentrum Giesserei.

Chorleiter Martin Lugenbiehl am Zimmermann-Flügel im Musikzentrum Giesserei. Bild: Nathalie Guinand

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Unterricht an fünf Instrumenten bietet das Musikzentrum Giesserei in der gleichnamigen Genossenschaftssiedlung in Neuhegi derzeit an. Auch als Konzertveranstalter tritt das Zentrum in Erscheinung. In den fünf Jahren seines Bestehens entwickelte sich die Einrichtung zum Treffpunkt kulturellen Lebens im Quartiers und darüber hinaus. Der sechzigjährige Zentrumsleiter Martin Lugenbiehl kam 2007 von Bremen nach Winterthur. Schon im Planungsstadium der Giesserei setzte er sich für die Idee eines Musikzentrums ein. Rund sechzig Genossenschafter konnten als Kapitalgeber gewonnen werden. Damit konnte 2013 die Genossenschaft «Musikzentrum Giesserei» gegründet werden.

Rund zehn Konzerte im Jahr

«Ursprünglich war hier eine Loftwohnung geplant», sagt Lugenbiehl beim Betreten des zwei-geschossigen Musikzentrums. Im Hauptraum sticht der altertümlich anmutende Zimmermann-Flügel ins Auge. «Ja», bestätigt Lugenbiehl, «es handelt sich tatsächlich um ein Vorkriegsmodell, das wir restaurieren liessen.» Im ursprünglich als Wohnzimmer geplanten Hauptraum haben gemäss Lugenbiehl über fünfzig Konzerte mit bis zu fünfzig Zuhörern stattgefunden.

In diesem und in zwei weiteren Räumen im Obergeschoss wird derzeit Instrumentalunterricht für Saxophon, Querflöte, Kontrabass, Geige und E-Gitarre erteilt. Besonders freut sich der Musiklehrer, dass seit einigen Monaten mit Paul Erkamp ein erfahrener Musical-Sänger mit von der Partie ist: «Während ich mich im Unterricht eher als Vertreter der Breitenkultur sehe, ist Erkamp der Spitzenkultur zuzurechnen.» Derzeit sei er noch auf der Suche nach Lehrkräften für Gitarre und Klavier.

Lugenbiehl ist ausgebildeter Chorleiter, er dirigiert den Giessereichor und das sechsköpfige Weltmusik-Ensemble. Darüber hinaus leitet er das Eltern-Kind-Singen. Das Musikzentrum hat sich auch längst einen Namen als Kulturveranstalter gemacht. Bis Mitte des Jahres sind bereits ein Dutzend Anlässe geplant. Die Hauptarbeit für die Organisation der Musikschule wie auch der Konzerte leistet Lugenbiehl – ehrenamtlich, wie er betont.

Kein Geld von der Stadt

Mit seinem Engagement für die Kultur möchte er dem Stadtteil Neuhegi «kulturelle Nahrung» geben. Diese sei genauso wichtig wie Essen und Trinken. Wie sieht es finanziell aus? Man habe die Stadt um Unterstützung angefragt, sei dann aber an die Quartierentwicklung verwiesen worden. Von dort kam ein abschlägiger Bescheid: Finanzielle Unterstützung gebe es nur dann, wenn ausschliesslich ehrenamtlich gearbeitet werde. Inzwischen ist es aber gelungen einen Gönnerkreis aufzubauen. Als vor eineinhalb Jahren eine Musikerin ausstieg, war die Suche nach einer Nachfolgerin zunächst schwierig, bis dann glücklicherweise gleich mehrere Musiker neu dazu kamen. Kürzlich hat die Siedlungsgenossenschaft zudem für das Musikzentrum eine Mietreduktion beschlossen. Die Konzerte in der Ida-Beiz seien gut besucht, sagt Lugenbiehl, das motiviere ihn zum Weitermachen. Um in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden, sei man daran, zusammen mit Kulturveranstaltern wie dem Raum für Kunst und Kultur (kuk), der Galerie am Eulachpark von Fotograf Andreas Wolfensberger und dem Begegnungszentrum Anhaltspunkt Neuhegi eine Interessenvertretung mit dem Namen «Kulturmeile Eulachpark» zu entwickeln.
Der nächste Konzerttermin: Rock mit Blown Fuse. Samstag, 19.1., 20.30 bis 22.30 Uhr, Ida-Beiz, Ida-Sträuli-Strasse 71. ()

Erstellt: 11.01.2019, 16:02 Uhr

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