Seuzach

Lieber den eigenen Wald verheizen

Die Gemeinde Seuzach hat zwei grössere Waldparzellen erworben. Mit ökologischen Hintergedanken.

Das eine Waldstück im «Ibrüchli», das die Gemeinde seit kurzem besitzt.

Das eine Waldstück im «Ibrüchli», das die Gemeinde seit kurzem besitzt. Bild: Marc Dahinden

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90000 Franken für zwei Parzellen. Für dieses Geld hat die Gemeinde Seuzach einem Waldbesitzer kürzlich 4,2 Hektaren Wald abgekauft, wie sie im Verhandlungsbericht mitteilt. Pro Hektare ergibt dies knapp 21200 Franken und auf den Quadratmeter heruntergerechnet sind das etwas über zwei Franken.

Förster schätzt den Preis

Ob das viel oder wenig sei, wisse er nicht, erklärt Seuzachs Gemeindeschreiber Beat Meier. Der Kaufpreis wird vom Forster eingeschätzt und ist massgeblich vom Baumbestand beeinflusst. Mit so einem Waldstück lässt sich ja auch nicht viel anstellen. «Man muss es hegen und pflegen», sagt Meier. Auf Seuzachs Gemeindegebiet stehen 178 Hektaren Wald. Die Gemeinde besitzt davon einschliesslich des jüngsten Erwerbs 115 Hektaren.«Das ist für uns eine sinnvolle Arrondierung», sagt der Gemeindeschreiber zum jüngsten Waldkauf.

Seuzachs Fernmwärme-Netz wird zum grossen Teil mit Holzschnitzeln aus dem eigenen Wald beheizt. Gerne würde man diesen Anteil noch vergrössern. Um das ganze Fernwärmenetz mit eigenem Holz zu bestücken, müsste die Gemeinde laut Berechnungen etwa 150 Hektaren Wald besitzen, sagt Meier. «Es wäre schön, wenn unser Holz für die Fernwärme keine weiten Transportwege zurücklegen müsste», sagt der Gemeindeschreiber mit Blick auf die Umweltverträglichkeit und Seuzachs Energiestadt-Label.

«Es wäre schön, wenn unser Holz für die Fernwärme keine weiten Transportwege zurücklegen müsste»Beat Meier, Gemeindeschreiber Seuzach

Insgesamt 25 Liegenschaften, mit teils mehreren Wohneinheiten, sind aktuell ans Fernwärmenetz Strehlgasse angeschlossen, das in den 1990er Jahre seinen Anfang genommen hat. Dazu gehören seit Beginn die Gemeindeverwaltung, die Bibliothek und das Jugendhaus.

Mit der später ausgebauten Fernwärmeleitung werden inzwischen von Gemeindeseite her auch das neue Feuerwehrgebäude, das Mehlhüsli und das Schwimmbad erwärmt.

Von Neftenbach aus betreut

Die beiden erworbenen Parzellen,die den Gemeindewald arrondieren, sind 14500 und 28000 Quadratmeter gross. Sie liegen im «Ibrüchli» im Nordosten von Seuzach. Der Seuzacher Wald wird vom Forstrevier Weinland Süd betreut, das in Neftenbach stationiert ist.

Erstellt: 23.06.2019, 16:38 Uhr

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