Pfäffikon

Links-Grün in Lauerposition

Die SVP will ihre drei Pfäffiker Kantonsratssitze möglichst verteidigen, trotz zwei Rücktritten. Grüne, SP und Grünliberale wittern ihre Chance: Sie hoffen im Wahlkreis Pfäffikon alle auf Sitzgewinne.

Die Parteien wetteifern im Bezirk Pfäffikon um sieben Sitze. Die SVP hat derzeit drei Sitze. SP, FDP, EVP und EDU haben je einen Sitz.

Die Parteien wetteifern im Bezirk Pfäffikon um sieben Sitze. Die SVP hat derzeit drei Sitze. SP, FDP, EVP und EDU haben je einen Sitz. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Ausgangslage vor den Kantonsratswahlen im Bezirk Pfäffikon ist spannend: Nachdem Grüne und Grünliberale vor vier Jahren ihren jeweiligen Sitz verloren haben, rechnen sie sich nun beste Chancen auf ein Rückkehr aus. Und dies nicht nur, weil ihnen derzeit die Klimadebatte Auftrieb verleiht. Auch die personelle Konstellation im Bezirk könnte ihnen in die Hände spielen. Denn bei der wählerstärksten Partei in Pfäffikon, der SVP, kommt es zu zwei Rücktritten. Das könnte sich bei den Kantonsratswahlen am 24. März als Nachteil erweisen.

Von den drei bisherigen SVP-Kantonsräten stellt sich einzig René Truninger aus Illnau-Effretikon der Wiederwahl. Weitere Spitzenkandidaten sind der Baumer Gemeinderat Paul von Euw und Patrick Friedli, Präsident der Lindauer SVP und Primarlehrer.

Damit sie oder andere Kandidaten auf der SVP-Liste die Sitze von Hans-Heinrich Raths und Reinhard Fürst verteidigen können, tourt die Pfäffiker SVP derzeit durch den ganzen Bezirk. «Wir sind fast täglich unterwegs», sagt René Truninger. Zudem hätten alle Kandidaten wie gewohnt gut plakatiert. Punkten bei den Wählern will die Partei etwa, indem sie sich für weniger staatliche Vorschriften und tiefere Steuern einsetzt.

Pukelsheim entscheidet mit

Ihren Sitz verteidigen will auch die Pfäffiker FDP. Zugpferd auf der Liste ist Thomas Vogel aus Illnau-Effretikon, der gute Chancen hat, als Regierungsrat gewählt zu werden. Als seine Nachfolgerin könnte deshalb Katharina Morf in den Kantonsrat nachrücken. Die Illnau-Effretiker Gemeinderätin und Ortsparteipräsidentin belegt den aussichtsreichen zweiten Listenplatz der FDP.

Völlig offen ist das Rennen um den EDU-Sitz. Vor vier Jahren wurde Peter Meier aus Lindau mit gerade mal 726 Stimmen gewählt. Verantwortlich dafür war der sogenannte doppelte Pukelsheim. Mit dieser Berechnungsmethode werden Sitze von Kleinparteien anhand ihrer relativen Wahlstärke den Wahlkreisen zugeteilt. Die EDU will ihren Sitz zwar mit dem Bisherigen Peter Häni aus Bauma verteidigen. Es kann jedoch gut sein, dass der Sitz diesmal an eine andere Partei geht. Denn schon vor vier Jahren hatten Grüne und Grünliberale höhere Wähleranteile als die EDU (siehe Grafik rechts). Und sie wollen weiter zulegen.

Wähleranteil Kantonsratswahlen Bezirk Pfäffikon.

Kippt die Mehrheit?

«Umweltthemen sind in der Bevölkerung wieder wichtiger geworden», sagt Beat Bornhauser, Präsident der GLP Pfäffikon. Es fehle derzeit aus Pfäffikon eine Stimme im Kantonsrat, die Ökologie mit Ökonomie verbinde. Mit Spitzenkandidat Andreas Hasler will die Partei deshalb einen Sitz zurückerobern. Hasler ist als Geschäftsführer von Pro Natura ­Zürich, ehemaliger Kantonsrat und Gemeinderat von Illnau-Effretikon bereits einem grösseren Publikum bekannt.

Ebenfalls im Aufwind sind die Grünen. Und mit Spitzenkandidat Urs Dietschi haben auch sie einen ehemaligen Kantonsrat in ihren Reihen. Der Informatiker ist im Vorstand von Bürgerprotest Fluglärm Ost und setzt sich für Kulturlandschutz ein. Die Partei macht sich zudem für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und eine soziale Gesellschaft stark.

Die SP will ihren Sitz mit ­Brigitte Röösli verteidigen. Sie rückte für Fabian Molina in den Kantonsrat nach. Ziel der SP ist es ferner, einen zweiten Sitz zu erobern, wie Co-Bezirksparteipräsident Marc Grosspietsch sagt. «Wir wollen den Bezirk aus dem Dornröschenschlaf wecken.» Ebenso wichtig sei ihm, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Kantonsrat ändern, damit soziale und ökologische Anliegen bessere Chancen hätten.

Hanspeter Hugentobler hofft aus dem gleichen Grund auf neue Mehrheiten im Kantonsrat. Der Spitzenkandidat der EVP will seinen Sitz verteidigen und sich weiterhin im Bildungsbereich engagieren: «Schulen sollten genügend Lehrpersonen und finanzielle Mittel zur Verfügung haben», sagt er.

Erstellt: 10.03.2019, 18:12 Uhr

Kantonsratskandidaten im Bezirk PfäffikonWähleranteil Kantonsratswahlen Bezirk Pfäffikon

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles