Seuzach

«Mein erstes Lehrjahr war schrecklich»

Was die höchste Zürcher Berufsbildnerin und Denise Biellmann gemeinsam haben? Sie haben am selben Tag das Licht der Welt erblickt, wie das Fernsehen herausfand.

Die Wahlseuzacherin Lotti Ehrismann ist am kommenden Freitag im Fernsehen zu sehen.

Die Wahlseuzacherin Lotti Ehrismann ist am kommenden Freitag im Fernsehen zu sehen. Bild: SRF

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Am 11. Dezember 1962 werden in der Schweiz 286 Kinder geboren. Lotti Ehrismann ist eines von ihnen. Denise Biellmann ein anderes. Während Denise von ihrer Mutter als Kind «Schliferi» umgeschnürt bekommt und sich schliesslich an die Weltspitze im Eiskunstlauf fährt, führt Lottis Lebensweg in eine andere Richtung: Sie wird als eine der ersten Frauen Tiefbauzeichnerin.

Auch für Lotti ist die Mutter eine prägende Figur. Der Vater stirbt kurz nach Lottis Geburt bei einem Maschinenunfall. Ihre Mutter heiratet erneut – den jüngeren Bruder des Vaters. Lottis Verhältnis zu ihm bleibt jedoch ein Leben lang kühl.

Am gleichen Tag geboren

Lotti und Denise, die sich nie kennen gelernt haben, sind ihre eigenen Wege gegangen. Wohin diese sie führten, können die Fernsehzuschauer am kommenden Freitag in der DOK-Serie «Geboren am?» am Fernsehen mitverfolgen. Als Dritter im Bunde der am 11. Dezember 1962 Geborenen wird Adrian Schnidrig aus Zermatt gezeigt.

Auf die Anfrage des Fernsehens, ob sie in der Sendung mitmache, willigte sie spontan ein. «Ich finde es spannend, bei so etwas teilzunehmen.» Ihr sei erst mulmig geworden, als es kein Zurück mehr gab, sagt Ehrismann.

Seit einem Jahr in Seuzach

«Bei uns war es nicht cool, Kind zu sein», räumt die 55-Jährige, die seit einem Jahr im Weidquartier in Seuzach lebt, im Gespräch mit dem «Landboten» ein. Vor ihrem Zuzug nach Seuzach war sie sieben Jahre in Winterthur-Seen zu Hause. «Das Quartier hier lernte ich auf meinen Biketouren dem Chrebsbach entlang kennen.» Seuzach sei eine lässige Gemeinde, findet Lotti Ehrismann.

Sie wuchs in einer Arbeiterfamilie in Bubikon auf. «Meine Eltern waren sehr streng und der junge Stiefvater unerfahren.» Sie seien Selbstversorger gewesen. «Meine Schwestern und ich mussten überall mithelfen», fasst sie zusammen.

Später ergriff sie einen typischen Männerberuf, wurde als eine der ersten Frauen Tiefbauzeichnerin. «Das war das Resultat einer Berufsberatung.»

Knorrig und in Birkenstöcken

Das erste Lehrjahr als Tiefbauzeichnerin sei schrecklich gewesen, erinnert sie sich. «Ich musste mit zwei Kollegen in einen dreitägigen Betonkurs. «Die anderen beiden haben die ganze Zeit über nicht mit mir gesprochen.»

Sie seien typische Vertreter der Gattung Tiefbauzeichner gewesen, resümiert sie amüsiert: «In Birkenstöcken und knorrig.» «Damals musstest du das als junges, schüchternes Mädchen erst einmal aushalten können.»

Heute bildet Ehrismann den Schweizer Nachwuchs aus und engagiert sich dafür, dass sich künftig auch Bauzeichner weiterbilden können. «Das ist bis jetzt den Ingenieuren vorbehalten.»

Den Fernsehbeitrag über sich kenne sie noch nicht. «Ich werde ihn auch erst bei der Ausstrahlung am kommenden Freitag sehen.» Er sei wohl eher ernst herausgekommen, sagt Ehrismann und verzieht das Gesicht. «Vielleicht schaue ich ihn besser nicht live an», meint sie lachend. (Der Landbote)

Erstellt: 28.07.2018, 08:48 Uhr

Infobox

DOK-Serie: «Geboren am?», Freitag, 3. August, 21 Uhr auf SRF 1.

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