Fuchsräude

Milbe plagt Füchse und Hunde

Ein Parasit breitet sich in der Region aus und macht Füchse krank. Doch auch Haustiere können sich anstecken. Öfters als sonst sind derzeit Hunde befallen.

Füchse, die von der Räude befallen sind, bekommen einen stark juckenden Hautausschlag, teilweise geht das Fell aus. Bild: PD

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Im Jagdrevier Ellikon an der Thur schossen die Jäger in letzter Zeit einige räudige Füchse. Im Austausch mit den benachbarten Revieren stellten die Jäger fest, dass es praktisch überall mehr räudige Tiere gibt. «Wir haben darum entschieden, die Bevölkerung zu informieren», sagt Jürg Bertschi vom Jagdrevier Ellikon an der Thur. Auf einem Infoblatt halten sie Hundebesitzer an, ihre Tiere möglichst an der Leine zu führen, um Kontakt mit kranken oder toten Füchsen zu verhindern. Denn die Fuchsräude ist hochansteckend für Dackel und Co. und breitet sich in der Region Winterthur sowie im Weinland aus.

«Katzenfutter oder Essensreste auf dem Kompost ziehen kranke Tiere an.»Max Keller, Obmann Jagdbezirk Weinland

Die Jäger würden die Lage intensiv beobachten, sagt Max Keller, Obmann im Jagdbezirk Weinland. «Offensichtlich kranke Tiere erlegen wir trotz Schonzeit. So können wir die Ausbreitung verringern.»

Unter der Haut

Die Fuchsräude wird von Milben ausgelöst. Sie graben sich in die Haut der Tiere und ernähren sich dort von Zell- und Gewebeflüssigkeit. Der Parasit verursacht eine allergische Reaktion, die starken Juckreiz zur Folge hat. Die Füchse kratzen sich oder beissen sogar die Haut auf. Das Fell geht aus, die Haut verfärbt sich und die Tiere sterben nach etwa drei Monaten. Laut der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung wurden von den Jägern seit April 2018 insgesamt 4400 tote Füchse gemeldet, deutlich über 500 waren von Räude befallen. Füchse könnten die Krankheit aber auch überleben und seien dann resistenter gegen eine neue Infektion. Für Hunde ist der Parasit gefährlich, wenn er nicht behandelt wird, und bei Menschen kann er die sogenannte Pseudokrätze auslösen. Der Mensch ist jedoch ein Fehlwirt für die Milbe. Sie kann sich auf ihm nicht fortpflanzen und stirbt nach etwa zwei Wochen ab.

Tierärztin infiziert

Im Weinland behandeln Tierärzte derzeit immer wieder Haushunde, die sich mit der Räude angesteckt haben. «Die Diagnose ist relativ schwierig zu stellen, weil die Milben unter der Haut leben und damit nicht sichtbar sind», sagt Josef Föhn, Mitinhaber der Tierarztpraxis Wyland in Kleinandelfingen. Auch in der Tierklinik Rhenus mit Sitz in Flurlingen werden seit zwei, drei Jahren zunehmend räudige Hunde behandelt. «Einige sehen richtig schlimm aus», sagt Tierärztin Alexandra Döbeli. In der Tierklinik hat sich zudem schon eine Tierärztin angesteckt, die einen kranken Hund behandelt hat. Mit einem Medikament können die Milben jedoch abgetötet werden. Dieses könne man auch zur Prophylaxe einsetzen beziehungsweise wenn nur ein Verdacht auf Fuchsräude besteht.

Die Hunde anzuleinen, helfe aber nicht immer, eine Ansteckung zu verhindern. «Manchmal reicht es schon, dass sich ein Hund im Garten aufhält, wo nachts ein kranker Fuchs herumstrich», sagt Tierärztin Döbeli. Hundehalter, die nach einer Infektion ihres Haustiers auch unter starkem Juckreiz leiden, sollten zum Hausarzt gehen. Jagdobmann Max Keller weist zudem darauf hin, dass kranke Füchse in der Nähe von Häusern auf Nahrungssuche gehen. «Katzenfutter oder Essensreste auf dem Kompost ziehen kranke Tiere an.» Räudige Füchse sollten den zuständigen Jägern gemeldet werden.

(Landbote)

Erstellt: 09.03.2019, 11:20 Uhr

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