Eishockey

Missglückter Start kostet dem EHCW den Match

In Langenthal konnte der EHC Winterthur nicht an die jüngsten guten Leistungen anknüpfen. Deshalb verlor er 2:5.

Vom einem Schlittschuh abgelenkt fan dieser Puck den Weg zum 3:1 ins Tor. EHCW-Goalie Tim Guggisberg konnte nichts ausrichten.

Vom einem Schlittschuh abgelenkt fan dieser Puck den Weg zum 3:1 ins Tor. EHCW-Goalie Tim Guggisberg konnte nichts ausrichten. Bild: Raphael Moser

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Manchmal glaubt man,die Voraussetzungen seien für den EHCW für einmal besonders gut, einen Match zu gewinnen. Selbst wenn der Gegner wie am Freitag ein Team wie der SC Langenthal ist, der Meister der Swiss League 2017 und Playoff-Halbfinalist der letzten Saison. Denn auf dem Matchblatt klafften in der Aufstellung der Oberaargauer grosse Lücken. Nur 16 Feldspieler konnten sie aufbieten, unter ihnen mit Brent Kelly auch bloss einen Ausländer, denn der Vertrag mit dem anderen, Kim Karlsson, ist Ende 2018 nicht verlängert worden. Die Erkenntnis nach diesem Match aber ist: Selbst wenn der Gegner Probleme hat, muss beim EHCW alles stimmen, wenn er reüssieren will. Das war aber nicht der Fall, deshalb verloren die Winterthurer 2:5.

Vom Favoriten ausgekontert

Den wegweisenden Rückstand handelten sie sich in der Startphase ein. Denn nach zwölf Minuten führte Langenthal 2:0, notabene durch zwei Kontertore. Erst vollendete Giacomo Dal Pian eine wie aus dem Lehrbuch gespielte Drei-gegen-zwei-Situation, dann fand Kelly mit einem einzigen Pass Stefan Tschannen, der sich diese Gelegenheit ebenfalls nicht entgehen liess. Zwei Kontertore im Stadion des Favoriten zu kassieren – das sollte dem EHCW nicht passieren.

Chancen vergeben

Überhaupt wirkte der EHCW im Startdrittel zwar motiviert, aber auch fahrig. Davon zeugten drei unnötige Strafen, wobei während der dritten gegen Mike Küng der EHCW mit einem Shorthander Luca Homberger verkürzen konnte. Doch Küng war noch nicht wieder auf dem Eis zurück, da hiess es durch einen abgelenkten Weitschuss Aurélien Martis wieder 3:1. Das selbe Spiel im Mitteldrittel: Anthony Staiger brachte den EHCW mit einem Powerplaytor auf 2:3 heran, Robin Leblanc stellte den alten Abstand wieder her.

Der EHCW spielte nach dem missglückten Start zwar besser und liess nichts unversucht, um noch einmal auszugleichen. Aber Langenthal hatte im Mitteldrittel eher die besseren Möglichkeiten, etwa bei einem Lattenschuss Kellys, und es verteidigte sich im letzten Abschnitt gut, als der EHCW alles nach vorne warf. Chancen gab es zwar, etwa durch Kevin Bozon, Staiger, Alihodzic oder Nigro, aber eben: Der Abschluss ist die ganz grosse Schwäche des EHCW. Simon Sterchi traf 90 Sekunden vor Schluss dann mit einem Schuss ins leere Tor zum 5:2.

«Wir machten am Anfang individuelle Fehler, die man sich gegen einen Gegner wie Langenthal nicht leisten kann», analysierte EHCW-Trainer Michel Zeiter. «Wir brauchen 100 Prozent Konzentration, alles andere geht nicht.» Seine Mannschaft sei nicht mehr so stabil gewesen wie zwei Tage vorher in La Chaux-de-Fonds, wo es zwar ebenfalls 1:3 verloren, aber einen starken Match abgeliefert hatte. «Langenthal verwertet solche Chancen kaltblütig», musste Zeiter feststellen.

Stärken waren Schwächen

Vor allem waren diejenigen Dinge nicht gut genug, die sonst die Stärken der Winterthurer sind: Das Abwehrverhalten bei den ersten beiden Gegentoren oder auch das Boxplay. Das 1:3 kassierten sie in Unterzahl, und das 2:4 fiel unmittelbar nach Ablauf einer Strafe, nach der sie die Scheibe nicht aus der eigenen Zone bekamen. Hinzu kam: Hatte der EHCW mal Glück, so folgte kurz darauf das Gegenpech: Hombergers Tor zum 2:1 war einem Fehlgriff von Langenthals Goalie Philip Wüthrich geschuldet. Doch nur eine Minute später lenkte Molina Martis Schuss zum 3:1 ins eigene Tor.

Weil sich die Spiele momentan dicht aufeinander folgen, setzte Zeiter vier komplette Blöcke ein. Das wirkte sich gegen die 16 Langenthaler im Schlussdrittel positiv aus, es spielte praktisch nur noch der EHCW. Da war der Match aber bereits verloren. Wenn das am Sonntag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen Ajoie nicht erneut so laufen soll, dann müssen die Winterthurer wieder ihre gewohnte Defensivleistung abrufen können. Sonst reicht es nicht.

(Der Landbote)

Erstellt: 04.01.2019, 22:49 Uhr

Swiss League

SC Langenthal – EHCW 5:2 (3:1, 1:1, 1:0)
Schoren. - 2200 Zuschauer. - SR Gianinazzi/Boverio, Dreyfus/Huguet. - Tore: 4. Dal Pian (Andersons, Sterchi) 1:0. 12. Tschannen (Kelly, Vincenzo Küng) 2:0. 19. (18:18) Homberger (Gomes, Kobach/Ausschluss Mike Küng!) 2:1. 20. (19:20) Marti (Sterchi, Andersons/Ausschluss Mike Küng) 3:1. 42. Staiger (Wieser/Ausschluss Nyffeler) 3:2. 29. Leblanc (Vincenzo Küng, Kelly) 4:2. 59. Sterchi (ins leere Tor) 5:2. - Strafen: 3x2 gegen Langenthal, 5x2 gegen den EHCW. - Langenthal: Wüthrich; Christen, Philipp Rytz; Maret, Müller; Pienitz, Marti; Scheidgger; Kelly, Vincenzo Küng, Tschannen; Sterchi, Dal Pian, Andersons; Leblanc, Robin Nyffeler, Gyger. - EHCW: Guggisberg; Molina, Kobach; Roos, Schmutz; Blaser, Mike Küng; Guerra, Pozzorini; Schmidli, Homberger, Gomes; Ranov, Nigro, Wieser; Staiger, Keller, Bozon; Martikainen, Alihodzic, Hess. - Bemerkungen: Langenthal ohne Dünner, Campbell, Kummer, Gerber und Henauer (verletzt), EHCW ohne Allevi, Jonski und Scherz (überzählig). 10. Pfostenschuss Müller. 38. Lattenschuss Kelly. 52:30 Time-out Langenthal. EHCW von 58:20 bis 58:30 ohne Torhüter.

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