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Mit dem Kopf immer nur bei einer Sache

Passionierter Mountainbiker, Harleyfahrer, Fotograf und Mitinhaber eines der führenden Ingenieurbüros in Winterthur. Bei Martin Deuring scheint es fast, als hätte sein Tag mehr als 24 Stunden.

Martin Deuring in der Ballsportarena Win4 ,die zwei seiner Leidenschaften vereinigt: Bauen und Sport. Im August wird sie eröffnet.
Martin Deuring in der Ballsportarena Win4 ,die zwei seiner Leidenschaften vereinigt: Bauen und Sport. Im August wird sie eröffnet.
Madeleine Schoder

Bauen und Sport sind zwei seiner grossen Leidenschaften. «Die Ballsportarena Win4 ist die Kombination aus beidem», sagt Martin Deuring. Sein Büro Dr. Deuring + Oehninger AG ist unter anderem für die Bauingenieurarbeiten der neuen Ballsportarena in Winterthur verantwortlich, die dieses Jahr eröffnet wird.

Das Unternehmen arbeitet in Winterthur, der Schweiz und im Ausland und übernimmt oft die Gesamtleitung der Projekte. Zu den grössten gehören Bauten am Flughafen Zürich. «Hier haben wir bisher rund 250 Millionen Franken verbaut», sagt er. Seine Firma ist für die Gesamtleitung verantwortlich und hat unter anderem die Parkhäuser saniert. Darunter das Parkhaus 6, das auch gleich erweitert wurde. Es hat neu 7500 Parkplätze und ist damit das grösste Parkhaus der Schweiz und das dritt grösste in Europa.

Vom Technikum an die ETH

Dass der 55-jährige heute sein Geld mit Planungsfirmen in Winterthur sowie im In- und Ausland verdient, hat mit Zufall und Glück zu tun. «Ich war fertig mit der Sekundarschule und wollte nicht ans Gymnasium, weil ich von der Schule genug hatte», erinnert er sich. «Ich wollte arbeiten, wusste aber nicht was.»

Anfang August war er noch immer ohne Plan und Lehrstelle. Bis er durch Zufall auf einen Bekannten traf, der ihm anbot, mitte August bei ihm eine Lehre als Bauzeichner zu beginnen. Und so kam es, dass er nach der Lehre das Technikum in Horw, Luzern, absolvierte und nach einem Übertrittskurs in Winterthur an der ETH in Zürich studierte und doktorierte. «Am Ende ging ich dann doch sehr lange zur Schule», schmunzelt er.

Übernahme per Handschlag

Seine Firma hat er ebenfalls einem Glücksfall zu verdanken. Nach fünf Jahren in der Forschung machte er sich Gedanken darüber, ein eigenes Büro aufzubauen. «Da kam an einem Samstagnachmittag mein Nachbar Urs Widmer bei mir vorbei und sagte, dass Viktor Oehninger einen Nachfolger sucht.» Der ehemalige Stadtpräsident machte Martin Deuring mit Viktor Oehninger bekannt, «und nach fünfzehn Minuten gaben wir uns die Hand.» Die Zusammenarbeit war besiegelt. Das war 1995.

Er konnte ein alteingessenes Bauingenieurbüro übernehmen. Gegründet wurde die Firma 1958 von Urs Widmer. Als dieser 1966 Stadtpräsident von Winterthur wurde, verkaufte er sie an Viktor Oehninger. «Dass Viktor Oehninger trotz seines fortgeschrittenen Alters heute immer noch mit dabei ist, freut mich sehr», sagt Deuring.

Familie an erster Stelle

Heute beschäftigt das Ingenieurbüro Dr. Deuring + Oehninger AG rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele von ihnen in Teilzeit, damit sie Zeit für ihre Familie haben. «Für mich steht die Familie an erster Stelle, meine und die der Mitarbeiter.» Er unterstütze es deshalb, wenn Frauen – und Männer! – Teilzeit arbeiten wollten. «Es ist eine Win-Win-Situation für alle. Die Leute sind top motiviert.»

Er selber ist in diesem Sommer seit 28 Jahren glücklich verheiratet. Firmen sollten viel mehr Teilzeitjobs zur Verfügung stellen, ist er überzeugt. «Wir tragen als KMU eine Verantwortung und die Mitarbeiter gehören dazu.» Und: «Es ist mir wichtig, dass ich etwas zur Gesellschaft beitragen kann.»

Ein Winterthurer aus Überzeugung

Indem er sich für seine Mitarbeiter engagiert oder die unterschiedlichsten Vereine und Institutionen unterstützt wie etwa die Junioren von Pfadi Winterthur oder die Wildmannli Tafel uf Tafaas in Davos. Um nur zwei der vielen Organisationen zu nennen, die seine Firma mitfinanziert. Die Wildmannli engagieren sich für soziale und kulturelle Anliegen in Davos/Klosters, um der Region eine lebenswerte und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft zu sichern.

Einen Lieblingsbau hat er nicht, auch in Winterthur nicht. Aber: «Wir versuchen Projekte umzusetzen, die wir gerne bearbeiten.» Bei welchen er und seine Leute etwas beitragen könnten und die wichtig seien für die Stadt, wie zum Beispiel Win4. Es sei ein bedeutendes Projekt für Winterthur, eines von dem Pfadi Winterthur, der Hockey Club Rychenberg und die ganze Regioon profitieren könnten. «Dass Winterthur ein so grosses Sportstadion erhält, das begeistert.» Denn etwas ist er auch noch: Ein Winterthurer aus Überzeugung.

Bild ist nicht gleich Bild

Zum Fotografieren kam er, als er acht Jahre alt war. «Mein Vater schenkte mir eine gebrauchte Spiegelreflexkamera.» Als die ersten digitalen Kameras auf den Markt kamen, schaffte er sich eine an. «Das Neue und die Technik interessieren mich.» Wenn eine neue Kamera auf den Markt komme, dann wolle er sie ausprobieren. Er sei schon immer früh dran gewesen.

Es ist die Fotografie in Kombination mit der Arbeit am Computer, die ihn fasziniert. Er schicke kein Bild weiter, das er nicht bearbeitet habe. Wobei er betont, dass er die Bilder nicht grundsätzlich verändert, «das lehne ich ab». Er mache einfach die Entwicklungsarbeit am Computer, indem er Farbabgleich umsetzte, Kontraste hervor hole oder die Beleuchtung verbessere, in der Sportfotografie genauso wie bei Landschaftsbildern oder Porträtfotos.

«Wir machen nicht nur Bilder vor einem Goal»

Der Unternehmer fotografiert in seiner Freizeit Handballmatches für den Landboten. Seit Jahren ist er Hausfotograf von Pfadi Winterthur und verantwortlich für die Porträtfotos der Spieler. Dazu suchen er und das Team immer eine spezielle Umgebung au. «Wir machen nicht nur Bilder vor einem Goal.» Die vorletzten Porträtbilder entstanden im Dampfzentrum, die aktuellen im Werkhaus Schoch. Für ihn sei Sport immer wichtig gewesen, er habe als Jugendlicher viel ausprobiert. Irgendwann habe er dann damit angefangen, Sport zu fotografieren. Nicht zuletzt dank seiner Söhne, die als Jugendliche begonnen haben Handball und Unihockey zu spielen. Inzwischen sind sie 22 und 25 Jahre alt.

Deuring macht auch Fotos für den Webshop des Hockey Club Davos und Bilder für Harley Schweiz. «Das Foto der Swiss Harley Days 2015 ging um die halbe Welt», freut er sich. Und natürlich setzt er die Fotografie in seinem Beruf ein: Er fotografiert alle seine Projekte und stellt nach Abschluss eine Postkarte her.

Der Schlüssel zum Erfolg

Bei allem was er tut, hat er nie das Gefühl, dass er zu wenig Zeit hat. Im Gegenteil: «Ich fühle mich ausgeglichen und relaxt.» Sein Rezept? «Ich mache alles, was ich mache, mit Begeisterung.» Natürlich habe sein Tag auch nur 24 Stunden. Aber etwas könne er gut, sich zu 100 Prozent auf etwas konzentrieren. «Wenn ich an einem Projekt arbeite, dann bin ich daran. Wenn ich auf dem Mountainbike bin, treibe ich Sport. Ich bin nie mit dem Kopf woanders.» Das sei wohl der Schlüssel zu seinem Erfolg, nebst der Kraft, die er aus den vielen Stunden mit der Familie schöpfe.

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