Elgg

Mit einem Kanonenschuss ins Äschli-Jahr

Lorenzo Lisser ist der neue Hauptmann der Äschli-Kompanie. So haben es die Elgger Schulbuben am 1. Januar bestimmt.

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In Elgg startet das neue Jahr Punkt zwei Uhr nachmittags mit einem Kanonenschuss. Es knallte, die Menge vor dem Restaurant Obertor zuckte zusammen, die Aufmerksamkeit richtete sich auf die vier Trommler, die jetzt ihr Spiel aufnahmen, einmal um den Dorfkern marschierten und so auch jenen, die noch zu Hause in den warmen Stuben sassen zu verstehen gaben, dass es nun der Moment wäre, nach draussen zu gehen, vors Obertor, wo der neue Hauptmann der Äschli-Kompanie gewählt werden soll.Vor dem Obertor derweil schwatzte man und tauschte Neujahrswünsche aus, bis die Tambouren ihre Runde beendet hatten und die Pfeifer die Wahlzeremonie eröffneten. Beherzt spielten sich die vier Buben durch das Stück. Beherzt, weil der eisige Wind an diesem Dienstagnachmittag die Finger schnell kalt und klamm werden liess und die vier sich dennoch nichts anmerken liessen. Kurz hielten sich Toni Rebsamen, der Präsident der Aschermittwochgesellschaft, und von Alessio Scherrer, der Hauptmann 2018, in ihren Ansprachen, und zügig schritt man zur Wahl. Wer sich zur Wahl als Äschli-Hauptmann 2019 stellen möchte, soll nun vortreten, forderte Alessio Scherrer die versammelten Jungen auf. Nach einigen Augenblicken des nervösen Flüsterns und Herumgeschubses traten zwei Kandidaten hervor. Gewählt wurde per Mehrheitsentscheid: Alle Elgger Jungen im schulpflichtigen Alter durften sich zu ihrem Favoriten stellen. Wer mehr Personen um sich versammelte, gewann die Wahl.

Sprint zum Favoriten

Die Anwesenden kannten das alljährliche Ritual. Aufs Kommando hin rannten die Primarschüler zu einem der zwei Kandidaten, lachend, mit glänzenden Augen und schnaufend ob des Sprints in der Kälte.

Zum Hauptmann gewählt wurde Lorenzo Lisser. Der 15-jährige Sekschüler freute sich über die Wahl: «Ich bin schon lange in der Äschli-Kompanie und war schon Jägerleutnant und -wachtmeister», erzählt er nach der Wahl. Dabei auch Verantwortung für die Jüngeren zu übernehmen, hat ihm immer besonders gefallen. Dass er sich irgendwann als Hauptmann zur Wahl stellen würde, sei der nächste logische Schritt gewesen.

Mit der Wahl des Hauptmanns war es aber noch nicht getan, und für Lorenzo Lisser gab es gleich nach seiner Wahl schon viel zu tun. Es galt die Wahl von Oberleutnant und Fähnrich bis hin zum Korporal zu orchestrieren. Zwischen einem und vier Jungen kandidierten für jeden Posten. Jede Person wurde per Mehrheitsentscheid durch die Kinder gewählt. Jedes Mal durften sie aufs Neue zum bevorzugten Kandidaten rennen. Der Spass daran war ihnen ins Gesicht geschrieben. Und das Äschli-Kader auf der Treppe beim Obertor wuchs und wuchs bis zuletzt 18 junge Herren neu mit mit Säbel oder Dolch ausgerüstet waren, bereit am Aschermittwoch 2019 den Äschli hochleben zu lassen.

(Der Landbote)

Erstellt: 02.01.2019, 15:52 Uhr

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