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Nächste Sperrung steht vor der Tür

Ab morgen Sonntag könnte die Eigentalstrasse in der Nacht erneut gesperrt werden. Abhängig ist dies von der Wanderlust der Amphibien.

Es ist ein Novum in der Causa Eigentalstrasse: Die Verbindung zwischen dem Nürensdorfer Ortsteil Birchwil und der Gemeinde Oberembrach wird nun auch jeweils im Herbst gesperrt. In den Monaten Oktober und November muss sich der motorisierte Verkehr zwischen 19 Uhr und 7 Uhr einen anderen Weg suchen. Allerdings betrifft die Strassensperrung nicht jede Nacht. Wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Kloten, Nürensdorf, Oberembrach und vom Kanton Zürich heisst, wird die Strasse in milden Regennächten gesperrt. Erklärtes Ziel ist es, die Sperrung in maximal 30 geeigneten Nächten zu errichten. Den Entscheid, in welcher Nacht die Strasse gesperrt wird, trifft ein Amphibienkenner jeden Tag neu. Wie Marc Osterwalder, Leiter Bereich Lebensraum und Sicherheit der Stadt Kloten auf Anfrage sagte, handelt es sich dabei um Mario Lippuner. Er ist Biologe und Regionalvertreter der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH).

Entscheid um 14 Uhr bekannt

Lippuner fällt seinen Entscheid jeweils anhand von Fachkriterien und der Wettervorhersagen. Täglich ab 14 Uhr ist auf der Website der Fachstelle Naturschutz zu sehen, ob die Strasse in dieser Nacht gesperrt wird oder ob sie befahrbar bleibt. Wer nicht auf die Website gehen möchte, kann auch die App «Embrachertal» herunterladen, welche für Android und iPhone erhältlich ist. Und wer sich nicht vorgängig informiert, wird spätestens vor Ort über die Sperrung in Kenntnis gesetzt. Mit automatischen Verkehrssignalen in Oberembrach und Birchwil wird das Fahrverbot angezeigt. Die Schilder zu ignorieren, lohnt sich nicht: Installierte Kameras überwachen den Bereich.

Dass die Eigentalstrasse jeweils im Frühjahr wegen der Amphibienwanderung gesperrt wurde, hat sich seit Jahren etabliert. Denn zwischen Mitte Februar und Mitte April wandern die Tiere aus dem Wald zu Gewässern wie dem Eigentalweiher, um dort zu laichen. Die Strassensperrung erfolgte jeweils in jeder Nacht zwischen 18 Uhr und 8 Uhr. Allerdings war diese Massnahme seit 2013 nicht mehr nötig. Der Grund: Im Januar 2013 wurde die Strasse komplett für sämtlichen Verkehr gesperrt, da sie dringenden Sanierungsbedarf aufwies. Ob und wie diese Sanierung vonstatten gehen sollte, darüber stritten sich die involvierten Gemeinden, die kantonalen Behörden sowie Naturschützer.

Erst im letzten Jahr wurde ein Konsens erzielt, erst seit Anfang August dieses Jahres ist die rudimentär sanierte Eigentalstrasse wieder in Betrieb. Allerdings war die Wiedereröffnung an verschiedene Bedingungen geknüpft. Eine davon ist die nun erstmals realisierte Herbstsperrung.

Die Herbstsperrung ist die dritte und letzte Sperrung pro Kalenderjahr im Eigental. Neben der Frühjahrssperre wird die Strasse auch vom 1. Juni bis 31. Juli rund um die Uhr gesperrt, da sich dann die Jungtiere auf die Reise vom Teich zurück über die Strasse in den Wald machen. Und nun im Herbst wird laut Medienmitteilung «ein stattlicher Teil der Amphibienbestände wieder zu ihrem Laichgewässer zurückwandern, um dort zu überwintern».

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