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Neue Labors für den Kampf gegen Erreger

Die Universität Zürich erforscht mit den modernsten Methoden Infektionskrankheiten. Für 30 Millionen Franken hat sie die Labors der Mikrobiologen erneuert – eine Investition, die Leben retten soll.

Haben die neuen Labors bezogen: Mitarbeitende des Instituts für Medizinische Mikrobiologie.
Haben die neuen Labors bezogen: Mitarbeitende des Instituts für Medizinische Mikrobiologie.
UZH/Frank Brüderli

Ein Haus voller Bakterien, Viren und Pilze: Für die meisten Menschen ist das eine Horrorvorstellung, für die Forscher des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich (IMM) hingegen ein Traum – zumindest solange die Krankheitserreger schön säuberlich im Labor aufbewahrt sind. Vor kurzem haben die Wissenschaftler gar neue Labors bezogen: in einem Neubau an der Gloriastrasse im Zürcher Hochschulquartier, in unmittelbarer Nähe zum Universitätsspital (USZ).

Die letzten Bauarbeiten sind zwar noch nicht abgeschlossen, das Gebäude ist aber bereits in Betrieb und die Verantwortlichen sind entsprechend erleichtert. Denn der bisherige Standort nebenan, ein denkmalgeschütztes Gebäude von Bruno Giacometti, war aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr nutzbar. Für 30 Millionen Franken wurde deshalb ein neuer Bau erstellt und der bisherige saniert. «Spitzenforschung braucht auch Spitzenbedingungen», sagte gestern Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur der Universität Zürich, bei der Präsentation des Neubaus. Und Institutsdirektor Erik Böttger ergänzte: «Das Geld der Steuerzahler ist hier gut angelegt.»

Wettrennen mit Bakterien

Was aber genau machen die Forscher am IMM? Das Tätigkeitsfeld ist weit. Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Verbesserung der Spitalhygiene und die Erforschung von Antibiotikaresistenz sind nur einige Beispiele. Gerade letzteres Problem hat sich laut Böttger seit der Jahrtausendwende akzentuiert. «Viele Bakterien sind resistent gegen Antibiotika. Das ist ein Albtraum, weil wir dadurch keine letzte Verteidigungslinie mehr haben», sagte der Mediziner und Mikrobiologe. Er arbeitet deshalb mit Wissenschaftskollegen an einem neuen Wirkstoff.

Als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem IMM und dem Universitätsspital gilt die Entdeckung, dass viele Fälle schwerer Infektionen nach Herzoperationen auf Verunreinigungen von Herz-Lungen-Maschinen zurückzuführen waren. Entstanden waren die Kontaminationen bereits bei der Herstellung der Geräte – ein Umstand, der nicht nur in der Fachwelt, sondern auch in den Medien für Aufsehen sorgte. Der Hersteller hat aufgrund der Befunde den Produktionsprozess angepasst.

Nächster Bau in Planung

Die räumliche Nähe zwischen IMM und USZ, das zeigt dieses Beispiel, wirkt befruchtend. Das Institut untersucht zudem jährlich 100 000 Patientenproben. Die Wege zum Spital müssen deshalb kurz sein. «Zeit ist bei schweren Infektionsfällen entscheidend», sagte Böttger. Die Konzentration der universitären Immobilien auf die Hauptstandorte ist deshalb das erklärte Ziel, wie Schnyder ausführte. Diese Strategie verfolgt denn auch die angestossene Entwicklung des Hochschulgebiets (siehe Kasten).

Das IMM wird sich schon bald erneut baulich verändern, die Planung dafür hat bereits begonnen. Denn das eben erst bezogene Gebäude hat die feuerpolizeiliche Bewilligung vorerst nur für 15 Jahre erhalten. Teile der heute modernen Infrastruktur werden bis dann wohl wieder veraltet sein. Im Moment jedoch versuchen die Forscher mit den neusten Diagnostikmethoden und Labors, den Bakterien den Garaus zu machen.

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