Gundetswil

Neue Notunterkunft für Findelkatzen

Eine umgebaute Garage dient ab Mitte Juli als Notfallbetrieb für heimatlose Katzen. Am Samstag konnte das Publikum die neuen Räume besichtigen.

Temporäres Zuhause für Findelkatzen: Blick in den neuen Notfallbetrieb des Tierschutzvereins Winterthur in Gundetswil, der demnächst öffnet.

Temporäres Zuhause für Findelkatzen: Blick in den neuen Notfallbetrieb des Tierschutzvereins Winterthur in Gundetswil, der demnächst öffnet. Bild: Heinz Diener

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Verwahrloste Katzen aus Winterthur und der Umgebung haben ab Mitte Juli eine neue Bleibe: In Gundetswil wurde eine Doppelgarage zu einer Notfallstation umgebaut (der «Landbote» berichtete). Am Samstag fand ein Tag der offenen Tür statt, bei dem Interessierte einen ersten Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen konnten.

Der Notfallbetrieb wird, wie auch die Igelstation im Haus nebenan, vom Tierschutzverein Winterthur und Umgebung betrieben. Im Betrieb arbeiten mehrere ausgebildete Fachpersonen, die von Freiwilligen unterstützt werden.

Noch ist nicht alles fertig, aber die Mitglieder des Vereinsvorstandes sowie Mitarbeiter und Freiwillige des Betriebes konnten bereits einen ersten Einblick vermitteln. Werner Lamprecht, der Projektleiter des Umbaus, erklärt, dass als Erstes die Wände entfeuchtet und isoliert werden mussten. Ausserdem wurde eine Bodenheizung eingebaut. Im unteren Stock gibt es ein Arbeitszimmer. Dessen Einrichtung – unter anderem ein Waschturm – ist noch am Entstehen.

Auslauf für Katzen

Daneben gibt es zwei Räume für die Katzen. Beide sind rund 11 Quadratmeter gross, und somit dürfen je bis zu sechs Katzen darin wohnen. Die Böden der Räume sowie der untere Teil der Wände sind mit Epoxy-Belag ausgestattet, was es ermöglicht, die Flächen zu waschen und somit die Hygiene zu gewährleisten.

Die beiden Räume haben je zwei Katzenklappen. So können die Katzen immer raus, auch wenn einmal eine der Klappen blockiert wird. Ein weiterer Raum befindet sich im oberen Stock, auch dieser ist aber noch nicht fertig und der Zweck auch noch nicht definitiv bestimmt.

«Ausgeschriebene Katzen müssen wir mindestens zwei Monate hierbehalten.»Maja Rhyner, Präsidentin des Tierschutzvereins Winterthur

Draussen gibt es zwei Ausläufe, die mit Steinplatten belegt wurden. Oben sind sie durch ein Gitter bedeckt, sodass die Tiere vor Greifvögeln geschützt sind. Ein Auslauf wäre gemäss den Anforderungen des Veterinäramtes nicht zwingend gewesen, erklärt der Aktuar Thuri Bänziger. Wenn es einen gibt, dann müsse aber die Hälfte davon überdeckt werden, was in den nächsten Wochen noch geschehen wird.

Bis Mitte Juli sollen diese restlichen Arbeiten gemacht werden. Ab dann können bis zu zwölf Katzen gleichzeitig aufgenommen werden. Das dies sehr schnell geschehen wird, daran zweifelt die Leiterin des Betriebs, Sandra Büchi, nicht. Tierheime in der Umgebung beherbergen sehr viele Katzen, weshalb der Verein überzeugt ist, dass auch viele nach Gundetswil gebracht werden.

Keine Katzenmedizin

«Notfallbetrieb» nennt sich die umgebaute Garage. Was das genau bedeutet, erklärten die Vorstandsmitglieder am Samstag. Es gehe nicht darum, dass kranke Katzen hier verarztet werden, so Thuri Bänziger. Wenn aber zum Beispiel jemand immer wieder dieselbe, scheinbar verwahrloste, Katze beobachtet, soll man sich beim Tierschutzverein melden. «Wir entscheiden dann, ob wir das Tier – eine sogenannte Findelkatze – vorerst zu uns holen», so die Präsidentin Maja Rhyner.

Wird die Katze aufgenommen, versuchen die Mitarbeiter, die Besitzerin oder den Besitzer ausfindig zu machen – entweder per Chip, falls vorhanden, oder sonst via die Website der Schweizerischen Tiermeldezentrale. «Solche Tiere müssen wir mindestens zwei Monate hierbehalten», erklärt Maja Rhyner. Erst wenn sich die Besitzerin oder der Besitzer bis dahin nicht gemeldet haben, wird nach einem neuen Zuhause gesucht.

Anders ist es, wenn jemand umzieht und die Katze nicht mehr mitnehmen kann: Das Tier wird in Gundetswil aufgenommen, soll aber möglichst bald wieder vermittelt werden – sofern ein passendes Zuhause gefunden wird.

Erstellt: 23.06.2019, 18:28 Uhr

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