Wiesendangen

Neue Stelle koordiniert Altersfragen

Die Gemeinde Wiesendangen geht mit einem Pilotprojekt in Altersfragen neue Wege. Die Stelle berät bei unterschiedlichen Anliegen , koordiniert diverse Aktivitäten und organisiert Anlässe für ältere Menschen.

Die neu geschaffene Stelle beschäftigt sich mit Fragen rund ums Alter.

Die neu geschaffene Stelle beschäftigt sich mit Fragen rund ums Alter. Bild: Donato Caspari

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Viele Senioren sind bis ins hohe Alter fit und mobil, sodass sie mit einiger Unterstützung noch lange zu Hause leben können und nicht auf einen Platz in einem Pflegeheim angewiesen sind. Einige brauchen jedoch im Alltag ab und zu Helfer, die ihnen bei kleineren Arbeiten wie Putzen, Gärtnern, Einkaufen oder auch bei der Administration unter die Arme greifen.

Um Rentner in solchen Alltagsproblemen zu beraten, hat Wiesendangen nun die Anlaufstelle für Altersfragen geschaffen. Dafür hat die Gemeinde einen Vertrag mit der Firma Bonacasa abgeschlossen. Für die Leistungen bezahlt sie jährlich 32 000 Franken (siehe Kasten). «Gemäss dem Vorbild von Jugendberatungsdiensten und -treffs braucht es heute auch eine solche Stelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen», erklärt der Gemeindeschreiber Hans-Peter Höhener die Motivation Wiesendangens.

Für alle Beteiligten Neuland

Die Anlaufstelle für Altersfragen ist für alle Beteiligten ein Pilotprojekt. Die zuständige Beraterin Susanne Peterli ist in einem Büro in der neuen Überbauung Wiesental zu finden. Die ehemaligen Sozialamtangestellte sucht zusammen mit den Betroffenen und ihren Angehörigen Lösungen für die Probleme, die das Älterwerden so mit sich bringt.

Dabei vermittelt und koordiniert sie bestehende Angebote, wie zum Beispiel Fahrdienst, Mahlzeitendienst, Hilfe im Garten, beim Möbel aufstellen oder auch in der Körperpflege.«Was man früher noch als Nachbarschaftshilfe verstanden hat, erfordert heute oftmals einen hohen Koordinationsaufwand, der für viele Betagte und ihre Angehörigen äusserst anspruchsvoll ist» sagt Susanne Peterli. Die verschiedenen Dienstleistungen wären aber schon vorhanden.

Wenn die Beraterin bei etwas nicht direkt helfen kann, leitet sie das Anliegen an die zuständigen Stellen weiter. Die Anlaufstelle arbeitet mit regionalen Dienstleistern zusammen wie beispielsweise der Spitex, dem Fahrdienst des Frauenvereins oder dem Dienstleistungscenter der Pro Senectute .

«Wir arbeiten in dem Sinne Hand in Hand mit der Anlaufstelle, dass die Beraterin die Rentner mit ihren Anliegen an uns weitervermittelt» bestätigt Christiane von Kloeden von Pro Senectute Kanton Zürich. Von Konkurrenz könne man nicht sprechen, da beide Stellen andere Dienstleistungen anbieten würden.

Von Senioren für Senioren

Die Anlaufstelle ist für alle Einwohner kostenlos. Lediglich die in Anspruch genommenen Dienstleistungen müssen bezahlt werden. Während der Öffnungszeiten erhalten die Wiesendangerinnen und Wiesendanger auf ihre Fragen im Büro der Anlaufstelle oder am Telefon eine Antwort. Bei grösseren Problemen vereinbart die Beraterin einen Termin mit den Hilfesuchenden, auch ausserhalb der Öffnungszeiten.

Um die Menschen gut zu beraten, brauche es in erster Linie viel Empathie und nicht unbedingt eine komplizierte fachliche Ausbildung. «Man muss gut zuhören und die wirklichen Fragen hinter den Fragen erkennen können» beschreibt Susanne Peterli ihre Arbeit. Die älteren Menschen sollen ihre Vorstellungen möglichst klar ausdrücken. Bis jetzt war die Beraterin vor allem mit dem Einrichten des Bonacasa-Notrufsystems beschäftigt. Dieses System ist in der gesamten Überbauung eingerichtet und wird von Bonacasa zusammen mit Medicall betrieben.

Für die Zukunft wünscht sich Susanne Peterli aber noch etwas ganz anderes: «Meine Vision ist eine Art Börse von Senioren für Senioren zu schaffen.» Bei der Stelle könnten sich künftig auch Menschen melden, die den hilfesuchenden Senioren in Alltagssituationen Hilfe anbieten wollen, zum Beispiel beim Rasenmähen. Zudem möchte sie im neu geschaffenen Gemeinschaftssaal Anlässe und Vorträge, eine Art Treff, organisieren, wo die ältere Generation Wiesendangens zusammen kommen kann.

Erstellt: 23.06.2016, 14:25 Uhr

Susanne Peterli leitet die Anlaufstelle für Altersfragen. (Bild: Donato Caspari)

Anlaufstelle Alter

Stiftungen helfen

Wiesendangen hat für den Betrieb der Anlaufstelle die Firma Bonacasa, mit Sitz in Solothurn, beauftragt. Bonacasa hat sich auf das Wohnen mit Dienstleistungen spezialisiert, altersgerechte Wohnformen sind ein Teil davon. Die Firma hilft vor allem beim Aufbau der Anlaufstelle. Zudem hat sie ein Notfallkonzept erarbeitet, was auch in der Überbauung Wiesental, in der 42 Alterswohnungen untergebracht sind, genutzt wird. Vorläufig ist sie mit 40 Stellenprozent besetzt, wobei das Geld für die Hälfte der Prozente durch die Sprecher-Schweizer-Stiftung sowie die Walderstiftung zur Verfügung gestellt wird. Beide Stiftungen setzten ihr Vermögen für Wohnformen im Alter ein. Die Anlaufstelle kostet die Gemeinde jährlich 32 000 Franken. Der Vertrag läuft erstmals für drei Jahre mit der Option, bei Bedarf zu verlängern. Die Anlaufstelle ist nicht der Gemeindeverwaltung angegliedert. ciz

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