Winterthur

Neuer Schweizer Päckli-Dienst zieht in leere Rieter-Halle

Die St. Galler Logistikfirma Quickpac will in Winterthur über 100 Arbeitsplätze schaffen – und nur elektrisch fahren.

Platz für grosse Pläne: 100 Meter lang ist die Rieter-Halle 38, in der das Paketdepot von Quickpac entstehen soll. Foto: Nathalie Guinand

Platz für grosse Pläne: 100 Meter lang ist die Rieter-Halle 38, in der das Paketdepot von Quickpac entstehen soll. Foto: Nathalie Guinand

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In der Schweiz werden so viele Pakete verschickt wie nie – dem Onlinehandel sei Dank. 149 Millionen Päckli wurden 2017 gezählt, 10 Millionen mehr als im Vorjahr. Ein Grossteil zwar noch über die Schweizerische Post, doch längst kämpfen auch private Anbieter um ihr Stück vom Kuchen.

Von einer Halle auf dem Rieter-Areal in Töss aus will die Firma Quickpac ab Mai grosse Teile der Kantone Zürich und Thurgau beliefern. Im St. Galler Hauptsitz hat man grosse Pläne: Bis zu 15 solche Standorte sollen in der ganzen Schweiz entstehen. Winterthur wird das erste Depot, ein zweites soll in Hägendorf im Kanton Solothurn eingerichtet werden.

Hinter der neuen Firma steckt die Quickmail AG, der einzige Anbieter in der Schweiz, der die Post im Briefgeschäft konkurriert. Rund 100 Millionen Sendungen wie Werbe-Mailings und Prospekte stellen die St. Galler jährlich zu. Für die neue Paketsparte hat man Onlineversender im Auge, zum Beispiel im Elektronikbereich.

35 Elektrolieferwagen

In der Rieter-Halle 38 in Töss ist Platz für grosse Pläne. 100 Meter lang und etwa 50 Meter breit ist sie – und noch fast leer. An einer Wand stehen Elemente für Pavillonbauten zur Montage bereit, in der Mitte der Halle sind zwei silberfarbene Renault Kangoo parkiert. 35 davon sollen es beim Betriebsstart in drei Monaten sein.

«Quickpac» steht in grüner Schrift auf der Seite, und: «100% elektrisch». Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem Quickpac sich von der Konkurrenz abheben will: Die ganze Lieferflotte soll ohne Dieselfahrzeuge auskommen. Laut eigenen Angaben ist Quickpac der erste Paketdienstleister Europas, der rein elektrisch unterwegs ist.

Lieferung nach Feierabend

«Dadurch ist die Zustellung nicht nur umweltfreundlich, sondern auch geräuscharm», sagt Quickmail-CEO Christoph Lenhard. Denn Quickpac will nicht tagsüber ausliefern wie die Konkurrenz, sondern abends zwischen 17 und 21 Uhr. Das hat zwei Vorteile: Erstens können bis Mittag bestellte Artikel auf Wunsch noch am gleichen Tag ausgeliefert werden.

Und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kunden zu Hause sind, nach Feierabend viel grösser. Berufstätige Kunden müssen nicht mehr mit dem Abholschein zur Post laufen. Damit in ruhigen Gegenden kein lautes Dieselfahrzeug die Abendruhe stört, setzt Quickpac auf leise Elektromotoren.

100 bis 150 Vollzeitstellen verspricht Quickpac mittelfristig am Standort Winterthur zu schaffen. Bei der Lancierung im Mai sollen es zunächst rund 50 Arbeitsplätze sein. Die Zusteller seien eigene Angestellte mit einem Gesamtarbeitsvertrag, keine Subunternehmer, heisst es bei der Quickmail AG.

(Der Landbote)

Erstellt: 20.02.2019, 18:25 Uhr

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