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«Offener, direkter Kontakt» anstelle von Panzerglas

Der Überfall der Post in Kollbrunn war auch möglich, weil das Sicherheitsglas an der Theke fehlt. Je nach Konzept verzichtet die Post darauf.

Die Postfiliale in Kollbrunn ist am Montag überfallen worden. Auch weil beim Schalter das Glas fehlt.
Die Postfiliale in Kollbrunn ist am Montag überfallen worden. Auch weil beim Schalter das Glas fehlt.
Johanna Bossart

Dem Posträuber, der am Montagmittag in Kollbrunn mehrere Tausend Franken erbeutet hat, kam zugute, dass ihn in der Filiale kein Panzerglas von der Angestellten trennte. Kurzerhand sprang er über die Theke.

«Das ist nicht neu, diese offenen Theken gibt es an ­diversen Orten, die Kunden schätzen den offenen, direkten Kontakt», sagt Oliver Flüeler, Mediensprecher der Schweizerischen Post. Es existieren aber auch ganz neue Poststellen, wie etwa die grösste der Schweiz in Bern mit 18 Schaltern, in denen Ange­­stellte mit einer Glasscheibe von den Kunden getrennt sind.

«Dank den heutigen technischen Mög­lich­keiten können verschiedene Sicherheitskonzepte umgesetzt wer­den, und so kann je nach Konzept auf das Panzerglas verzichtet werden», sagt Flüeler. Details will er aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

Erleichternd komme hinzu: Der Trend gehe heute klar in Richtung bargeldloses Zahlen: «Die Kunden wollen heute immer weniger Bargeld abheben, um es dann am Schalter über die Strasse gleich wieder einzuzahlen.»

Zwei Vorfälle in zehn Monaten

Die Statistik spricht für die Sicherheitsvorkehrungen der Post: Die Zahl der Postüberfälle ist laut Flüeler in den letzten fünfzehn Jahren zurückgegangen. Einzig in Grenzgebieten wie im Jura,der West- und Ostschweiz sei die Abnahme nicht so deutlich. Dort können sich die Täter jeweils rasch ins Ausland absetzen.

Die Filiale in Kollbrunn war allerdings bereits am 29. September Ziel eines Überfalls. Ein Unbekannter wollte sie mit einem Messer bewaffnet ausrauben. Die Angestellte konnte jedoch den Alarm auslösen und den Täter so ohne Beute in die Flucht schlagen. Am Montagmorgen wurde auch die Post im aargauischen Brittnau überfallen, der Täter konnte gefasst werden.

Braucht die Post neue Sicherheitsmassnahmen? «Für eine Ana­lyse ist es noch zu früh», sagt Flüeler. Die Abteilung Unternehmenssicherheit werde nun den Tathergang detailliert analysieren und das Sicherheitsdispositiv wie üblich bei allen Ereignissen innerhalb der Post überprüfen. Flüeler sagt aber: «Hundertprozentige ­Sicherheit gibt es nicht. Wenn jemand genügend kriminelle Energie aufbringt und der Zufall mitspielt, kann ein Überfall immer geschehen.»

Komme es zu einem solchen, stehe den betroffenen Mitarbeitenden der interne Beratungs- und Sozialdienst zur Seite. «Jeder Mensch reagiert anders auf einen solchen Vorfall, deshalb findet die Betreuung auf einer individuellen Ebene statt».

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