Winterthur

Pächter im Café «Am Römerholz» hören auf

Der Bund hat die Pacht für das Café im Museum «Am Römerholz» neu ausgeschrieben. Die bisherigen Pächter haben sich nicht wieder beworben – nach jahrelangen Unstimmigkeiten.

Das Römerholz kriegt neue Pächter.

Das Römerholz kriegt neue Pächter. Bild: Marc Dahinden

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Bereits sind beim «Landboten» erste Zuschriften eingegangen. Mit Wehmut und Erstaunen habe sie zur Kenntnis genommen, dass die langjährigen Pächter das Café Bistro im Römerholz ab nächstem Jahr nicht mehr weitermachen, bedauert eine Leserbriefschreiberin. Das Café sei eine «einzigartige Oase» gewesen, das Wirte-paar «herzlich und aufmerksam» und die Speisen hätten der im ­Museum ausgestellten Kunst in nichts nachgestanden. «Und nun soll es das alles nicht mehr geben, warum denn das?», fragt die Leserbriefschreiberin.Auf Anfrage bestätigen sowohl das Pächterehepaar als auch das Bundesamt für Kultur, zu dem das Museum gehört, das Ende der ­Zusammenarbeit. Die Begründungen bleiben aber vage. Da es keinen schriftlichen Pachtvertrag gegeben habe, habe sich der Bund entschlossen, die Pacht per 2017 neu auszuschreiben, sagt Kerstin Richter, die designierte Leiterin des Museums. Dass die Pacht neu organisiert werde, habe schon seit über einem Jahr festgestanden. Und Richter streicht heraus: «Ich habe den bisherigen Pächtern explizit angeboten, sich zu bewerben.»

Kein Neuanfang

Das Paar, das das Café seit 5 Jahren betreibt, äussert sich zurückhaltend. Demnach wäre es interessant gewesen, weiterzumachen. Offenkundig aber gab es atmosphärische Störungen. Zwischen den Pächtern und der langjährigen Leiterin des Museums, Mariantonia Reinhard-Felice, stimmte die Chemie nicht. Immer wieder kam es zu Unstimmigkeiten.

Nach 20 Jahren als Museumsleiterin ist Reinhard-Felice in diesem Jahr in den Ruhestand ­getreten. Damit wäre der Weg eigentlich frei gewesen für einen Neubeginn. «Ich habe die Leitung im Museum im Mai übernommen und hatte keine Probleme mit den Cafébetreibern», sagt die Nachfolgerin Kerstin Richter. «Was in der Vergangenheit passiert ist, darüber kann ich nicht urteilen.»

Auch das Pächterehepaar will nicht mehr auf die Differenzen eingehen. Und auch nicht auf die Details, warum man sich nichtauf eine Weiterführung einigen konnte. Man sei sehr daran in­teressiert, in den letzten zwei ­Monaten ein gutes Verhältnis mit dem Bund und der neuen Leiterin zu haben. Für die Zukunft geben die Pächter aber zu bedenken, dass der Standort als reines Café ohne gastronomisches Angebot und ohne Bankette nicht rentabel zu betreiben sei. Die Leiterin Richter sagt, die Pacht werde künftig attraktiver, die Rahmenbedingungen verbessert. Im Ge­genzug sieht das Konzept vor, dass es im Café auch etwas Ein­faches zu essen geben solle, in einem gemässigten Preissegment. «Die jetzigen Preise wurden auch schon kritisiert», sagt Richter.

Das Pächterehepaar geht, wie es herausstreicht, auch aus eigenem Entschluss, und will nun, selbst nicht mehr so weit von der Pensionierung entfernt, noch einmal etwas Neues wagen. In Stein gemeisselt sei zwar noch nichts, aber ein Catering-Service sei angedacht.

Erstellt: 19.10.2016, 16:27 Uhr

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