Handball

Pfadi sammelt über 600'000 Franken

Das Projekt «Pfadi4ever» ist ein durchschlagender Erfolg. Innert elf Wochen sammelte der Winterthurer Handballclub über 600 000 Franken zur finanziellen Rettung. Die Arbeit aber hat erst begonnen.

Bei der heutigen Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, dass Pfadi vorerst gerettet ist: bei der Sammelaktion kamen 600 000 Franken zusammen.
Video: Caroline Gloor

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Als das Musikkollegium Winterthur zum Benefizkonzert aufspielte, war das Werk bereits vollbracht. Die akustische Begleitung zu Charlie Chaplins Film «Modern Times» am Samstagnachmittag im Theater Winterthur stellte den krönenden Abschluss von Pfadis gross angelegter Sammelaktion dar.

400 000 Franken musste der Handballverein bis Ende März auftreiben, um den Spielbetrieb für die laufende Saison zu sichern. «Wir haben es geschafft, sogar mehr als geschafft», durfte Jan Schoch, der Präsident von «Pfadi4ever», nun feststellen. «Wir sind überwältigt und freuen uns über die unglaubliche Solidarität von einzelnen Personen, Firmen, Medien und der Pfadi-Familie. Die grosse Verankerung des Vereins in der Bevölkerung hat uns sehr berührt.»

410 000 Franken sind seit dem 15. Januar, an dem Pfadi seinen finanziellen Hilferuf verkündet hatte, zusammengekommen. Davon entfallen 187 350 Franken aufs Crowdfunding, der letzte Eintrag dort stammt von den drei Kindern von Trainer Adrian Brüngger. «Aufgrund des Erfolges der Sammelaktion haben wir in den letzten Tagen zusätzliche 200 000 Franken von Unterstützern erhalten», gibt Jan Schoch bekannt. Diese Summe wird dazu verwendet, das strukturelle Defizit der kommenden Saison zur Hälfte zu decken.

Weitere gut 50 000 Franken dürften aus den Aktionen von rund 50 KMU eintreffen, die noch nicht abgerechnet sind. Und der Auftritt des Musikkollegiums brachte zusätzliche 7010 Franken ein. Am Ende könnte sich der sehr breit abgestützte Support von gegenwärtig gut 600 000 Franken auf gegen 700 000 Franken erhöhen.

Auslagerung geplant

Das Startkapital ist damit vorhanden, um den Club in eine finanziell nachhaltige Zukunft zu führen. Die kurzfristige Rettung verpflichtet. «Die Arbeit von Pfadi4ever ist noch nicht beendet, wir haben erst die erste Runde abgeschlossen», erklärt Schoch, der Winterthurer Unternehmer, der im Verein bisher vor allem im Hintergrund tätig war.

Unter dem Titel «Pfadi 2025» wird an der Ausrichtung des Vereins gearbeitet. «Mit der Unterstützung von Pfadi4ever wollen wir die Strukturen fürs Marketing anpassen sowie die bestehenden Sponsoren betreuen und neue gewinnen», sagt Pfadi-Präsident Jürg Hofmann. Sportliche Erfolge sollen bei einer ausgeglichenen Rechnung erreicht werden, der Club will weiterhin im Schweizer Spitzenhandball mitmischen.

Hofmann stellt in Aussicht, die NLA-Mannschaft in absehbarer Zeit vom Rest des Vereins auszulagern. Momentan beträgt die Darlehenslast 1,5 Millionen Franken. Zumindest ein Teil dieser Summe soll bis 2025 zurückbezahlt sein, was entsprechend in die Budgetierung einfliesst. Hofmann selbst ist der grösste Geldgeber.

Erstellt: 30.03.2019, 14:47 Uhr

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