Pfungen

Recyclingfirma muss sich neu bewerben

Seit 1989 holt die Maag Recycling die Wertstoffe für die 14 Gemeinden der KOWU ab. Jetzt muss sie sich neu bewerben. Kein Problem, findet Judith Maag, solange der Preis nicht das Hauptkritierium sei.

Maag Recycling entsorgte 2016 in den KOWU-Gemeinden 1235 Tonnen Altglas und in Winterthur 2350 Tonnen.

Maag Recycling entsorgte 2016 in den KOWU-Gemeinden 1235 Tonnen Altglas und in Winterthur 2350 Tonnen. Bild: zVg

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Die Wertstoffabfuhr für die 14 Gemeinden der Kehrichtorganisation Winterthur und Umgebung (KOWU) wird neu ausgeschrieben. Bereits im September 2016 hätten die Delegierten dies so beschlossen, bestätigt Magnus Mattli, Aktuar der KOWU. «Unser beratendes Ingenieurbüro hat darauf hingewiesen, dass unsere kumulierte Auftragssumme im Recyclingbereich eine Submission nötig mache», sagt Mattli und rechnet vor: Allein für die fünf grössten Gemeinden liegen die Transportkosten für die Wertstoffabfuhr bei fünfjähriger Vertragslaufzeit bei rund 316 000 Franken. Da jede der 14 Zweckverbandsgemeinden mit der Recyclingfirma separat abrechne, liessen sich die kumulierten Transportkosten nur schwer eruieren. Sie dürften bei über einer halben Million Franken liegen.

Neuer Vertrag ab 2018

Seit 1989 liegt die Wertstoffabfuhr für die KOWU-Gemeinden Altikon, Brütten, Dägerlen, Dättlikon, Dienhard, Ellikon, Hagenbuch, Hettlingen, Lindau, Neftenbach, Pfungen, Rickenbach, Seuzach und Wiesendangen grösstenteils in den Händen der Firma Maag Recycling. Das Dauervertragsverhältnis verlängerte sich bis heute stillschweigend jedes Jahr. Per Ende 2017 läuft es nun aus.

Valable Interessenten

Für die noch bis 8. September andauernde Ausschreibung konnten Interessenten laut Mattli bis 11. August Fragen stellen. Einige Firmen hätten sich die Submissionsunterlagen schicken lassen. «Darunter waren valable Kandidaten.» An wen die KOWU den Auftrag schliesslich vergeben wird, entscheidet sich an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung im Herbst. Bewerben wird sich auch die aktuelle Auftragsnehmerin, die Maag Recycling AG aus Winterthur. «Wir werden scharf rechnen und hoffen, dass wir den Auftrag weiterhin ausführen dürfen», sagt Geschäftsführerin Judith Maag.

Schade findet sie, dass Submissionsbüros in der Regel den Preis über alles stellen und Softfaktoren wie Ökologie, logistische Sinnhaftigkeit oder soziale Faktoren kaum bis gar nicht gewichten würden. «Wir sind zum Beispiel einer der wenigen Recyclingbetriebe in der Schweiz mit direktem Gleisanschluss.» Dadurch würden Verkehr und Umwelt massiv entlastet. «Sicher ist der Preis wichtig, aber wichtig ist auch, wie man ihn hält», so Maag.

Recycling in Zahlen

Doch was bezahlen die Gemeinden und was verdienen sie durch die Abfalltrennung? Einen Eindruck gibt das Beispiel Wertstoff Altglas in Pfungen: Die Recyclingfirma entsorgte 2016 in Pfungen rund 124 Tonnen Altglas (in der Stadt Winterthur waren es 2350 Tonnen). Pro Tonne Altglas kassierte die Gemeinden vom Recyclingbetrieb die vorgezogene Entsorgungsgebühr auf Glas in der Höhe von rund 90 Franken, also etwas über 11 000 Franken. Für den zweimaligen Transport pro Woche zahlte die Gemeinde fürs ganze Jahr knapp 13 000 Franken. Damit konnte Pfungen die Transportkosten fast mit dem Altglasrecycling decken. (Der Landbote)

Erstellt: 18.08.2017, 16:18 Uhr

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