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Ärger mit Arm

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In einem alten Film von Howard Hawks, da muss der Schauspieler Cary Grant auf einem Stuhl übernachten und hat dabei besonders mit seinen langen Armen massive Probleme. Wo tut man die hin, wenn man sowieso schon kaum Platz hat? Ich fand das bereits als Kind sehr lustig anzusehen. Seit ich nun selber mit meinem rechten Arm Beschwerden habe, erkenne ich diese Szene nicht mehr nur als unterhaltsam witzig, sondern auch als dokumentarisch prä­zi­se. Denn es stimmt schon, Arme sind, wenn man mit ihnen nicht grad was macht, eigentlich nur im Weg, und dies nicht etwa nur, wenn man auf einem Stuhl, sondern auch wenn man in einem Bett schlafen muss.Dass beispielsweise die Arme am Oberleib fest angemacht sind, ist tagsüber durchaus sinnvoll, zum Beispiel, wenn man sich Suppe schöpft.

Wie peinlich wäre es, wenn einem da plötzlich nicht nur der Suppenlöffel, sondern der ganze Arm auf den Boden fallen würde. Was für eine Sauerei das gäbe. Nachts hingegen ist die Fixierung des Arms ungleich unpraktischer, denn egal, wie man sich bettet, immer müssen diese blöden Arme auch noch irgendwo deponiert werden. Entweder man liegt auf ihnen­ drauf, wie auf einem Ast unterm Campingzelt, oder man muss sie über sich breiten, wie einen zusammengerollten Tep­pich­. Das ist auch bei nicht schmer­zenden Armen doof und bei schmerzenden einfach nur noch doofer.

Wäre es nicht viel klüger, man könnte die Arme bei Nicht­ge­brauch einfach aushängen, so wie bei den Schaufensterpuppen? Dann könnte man sie abends neben das Bett stellen und sich endlich ganz unbehindert in den Laken wälzen. Auch wer gern eine Tätowierung auf dem Unterarm hätte, müsste nicht mehr lange beim Tattoo-Künstler rumsitzen, sondern könnte einfach den betreffenden Arm zur Beschriftung dort lassen, während man mit dem ande­ren Arm und dem Rest des Körpers einkaufen geht.

Eine wirklich sinnvolle und auch ästhetisch überzeugende Art und Weise, was man mit den Armen im Schlaf machen könnte, hab ich eigentlich erst einmal gesehen, und das war auf dem Bild einer ägyptischen Mumie: auf dem Rücken liegend, mit den Armen über der Brust gefaltet. Das sieht wahrhaftig elegant aus. Ich hab dann mal ausprobiert, so in meinem Bett zu schlafen, und bin zur Erkenntnis gekommen, dass man wohl wirklich bereits ein verwitterter Pharao sein muss, um es in dieser Stellung lange auszuhalten.

So bleibt mir wohl auch in Zu­kunft­ nichts als die Wahl zwischen Skylla und Charybdis: entweder ich auf Arm oder Arm auf mir. Ein ewiger Kampf. Aber wenigstens weiss ich so des Nachts, dass ich noch am Leben und noch keine Mumie bin.

(Der Landbote)

Erstellt: 15.01.2019, 15:36 Uhr

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