Landluft

Beim Entsorgen sind alle gleich

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Vor dem Kartoncontainer bei Maag Recycling in Winterthur muss es schnell gehen. Mit dem einen Fuss den Wagen sichern, mit den Händen den Karton in die Presse wuchten. Und dann weiter im Text: Glas entsorgen, Papier wegwerfen, Büchsen plätten. Alles möglichst gleichzeitig. Das ginge auch ganz gut. Wären da bloss nicht alle anderen. Es ist Samstagmorgen. Bis unter die Decke beladene Autos stauen sich im Gelände und werden auf ihre Halteplätze zugewiesen.

Nicht nur die Verkehrseinweiser erinnern dabei an ein Dorffest: Man wuselt auch hier durch die Menge, sucht sich Lücken. Die Männer stehen mit Bauschutt und Styropor vor der Abfallwaage statt mit Kind und Kegel vor dem Raclettestand. Man trifft bei solcher Gelegenheit immer auch bekannte Gesichter. Denn es sind stets die gleichen Typen, die es versäumt haben, ihren Karton und das Papier fein säuberlich zu bündeln und rechtzeitig an den Strassenrand zu stellen. Kein Wunder, landet bei dieser Kundschaft eine braune Flasche manchmal im grünen Container.

Ganz andere Szenen spielen sich derweil etwas weiter entfernt ab. In der Entsorgungsstelle in ­Seuzach hört man nur leises Klirren. Dann, wenn jemand eine Weinflasche in den entsprechenden Container legt. Oder wenn eine Frau mit dem Velo daherradelt und Gläser entsorgt. Nicht reihenweise, sondern vielleicht drei oder vier. Denn die Seuzacher überlegen sich immer rechtzeitig, wann es wieder an der Zeit ist, um eine kleine Entsorgungstour zu unternehmen.

Aber auch in der besten Gemeinde gibt es die anderen. Die Vergesslichen. Die Sünder. Die Gemeindebetriebe beklagen sich seit längerem über Leute, die in grossem Stil Bauschutt in die Mulde werfen. Deshalb wird die Mulde seit vergangenem Dezember nur noch samstags bereitgestellt. Unter Aufsicht. Fast wie bei Maag Recycling. Beim Entsorgen sind die Unterschiede eben doch nicht so gross. ()

Erstellt: 08.04.2016, 08:08 Uhr

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