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Blättern wir ein Jährchen um

Das lokalpolitische Jahr 2015 schliesst nicht auf der versöhnlichsten Note. Kurz vor dem kalendarischen Wechsel hat der ehemalige Stadtpräsident seinem Nachfolger noch das Etikett eines «Jammeri» angehängt. Der amtierende Stadtobere konterte und nannte seinen Vorgänger einen «Brandstifter». Das Echo solcher Nickligkeiten hallt dann in den Leserbriefspalten nach. Von «endlich spricht mal einer wahr» bis «abtreten heisst auch Klappe halten» reicht das Meinungsspektrum.

Damit verstärkt der Blick vor die eigene Haustür jenes diffuse Gefühl, das dieses Jahr in vielen wach wurde. Die Welt scheint aus den Fugen geraten. Hatte der Europäer – ob er nun Mitglied im Klub ist (alle anderen) oder nicht (wir) – zu Jahresbeginn noch das Gefühl, die grösste politische Krise sei die griechische Schuldenwirtschaft, klopfte plötzlich das Kriegs- und Flüchtlingselend an die Tür und warf Fragen auf, die man in der Beschaulichkeit der Schweizer Kommune nicht gewohnt war. Die lokalpolitische Problembilanz – etwa dass es nicht gelang, die Parkplatzfrage zu klären, oder dass sich das städtische Finanzproblem wegen steigender Sozialkosten weiter akzentuierte – verblasst vor den neuen, global gefärbten Herausforderungen. Und doch, ob im Kleinen oder im Grossen, fühlte sich das Jahr 2015 an wie eine «trümmlige» Rolle rückwärts.

Das Bild dazu geben die Berge. Dort liegen die Kunstschnee­pisten wie weisse Teppiche in der Landschaft. Und nicht nur die Touristen, auch mancher Flüchtling wird sich fragen: Sieht so die Alpennation Schweiz aus? Nein, sagt der Stadtverbesserer, der auch rhetorische Fragen beantwortet. Und: Es kommt wieder besser. Zwar wird nicht für jedes Problem eine Lösung flockig vom Himmel fallen. Aber jetzt blättern wir im Kalender um und bleiben optimistisch!

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