Eintopf

Das Gold der Azteken

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Neulich bin ich beim Grossverteiler meines Vertrauens in dem Gestell, wo auch Hirse, Haferflocken und Quinoa stehen, auf ein Säckchen mit Amaranth gestossen. Schon mal gehört, aber keine Ahnung, was man eigentlich damit macht.

In solchen Fällen weiss das Internet Rat. Bei Amaranth (oder auch Amarant geschrieben) handelt es sich um die Samen des Gartenfuchsschwanzes, einer Zierpflanze mit auffallend langen roten Blüten, die wie ein Fuchsschwanz aussehen. Für die Azteken war das heute in aller Welt verbreitete Pseudogetreide einst kostbarer als Gold und eine wichtige Zutat beim zeremoniellen Götterdienst für Huitzilopochtli, weshalb die Spanier den Anbau verboten, um die Menschenopfer zu unterbinden.

Die Samen, die noch kleiner als ein Senfkorn sind, enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe. Sie sind reich an Vimatin B, Calcium, Magnesium und Eisen. Dazu kommt die Aminosäure Lysin, die sonst nur in tierischem Eiweiss zu finden ist.

Vegetarier schätzen das Aztekengetreide deshalb als vollwertigen Fleischersatz. Ausserdem ist Amaranth glutenfrei. Kinder unter zwei Jahren sollten Amanranth wegen der Gerbstoffe in der Schale des Korn besser nicht essen. Amaranth schmeckt leicht nussig und lässt sich, ähnlich wie Reis, pikant und süss zubereiten. Die Körnchen können zum Beispiel in Pfannengerichten, Aufläufen, zu Gemüse oder in Salaten zum Einsatz kommen. Gekochter Amaranth kann auch anstelle von Hackfleisch als Füllung für Peperoni, Auberginen oder Tomaten weiterverarbeitet werden.

Grundrezept: Einfach in der doppelten Menge Wasser aufkochen und bei kleiner Hitze 25 bis 30 Minuten weiterköcheln, dann etwas nachquellen lassen. Die Konsistenz ist nicht fest, sondern eher breiartig und klebrig.

Ich habe eine Tomatensuppe mit Amaranth ausprobiert, die daheim gut angekommen ist: Eine gewürfelte Zwiebel und eine fein gehackte Knoblauchzehe und 1Tl Thymian in Olivenöl anschwitzen. 50 g Amaranth, gut mit kaltem Wasser abgespült, dazugeben und gut vermengen. 400g gehackte Pelati, 500ml Gemüsebouillon und 2 EL Tomatenpuree hinzufügen, alles aufkochen und etwa 30 Minuten bei geschlossenem Deckel und geringer Hitze köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehacktem Peterli servieren.

Gepufftes Amaranth kann unter Müsli oder Joghurt gemischt oder über Süssspeisen gestreut werden. Dafür eine Pfanne ohne Öl erhitzen und die Samen dann teelöffelweise hinzugeben. Deckel auf die Pfanne setzen und warten, bis die Körnchen anfangen zu puffen. Herausnehmen den nächsten Teelöffel in die Pfanne geben. (Landbote)

Erstellt: 03.03.2016, 14:41 Uhr

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