Das Jahr, in dem die Region jubiliert

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Was war bloss vor 50, 100, 500 Jahren los? War den Leuten so langweilig, dass sie sich sinnvolle Freizeitbeschäftigungen suchen mussten? Ich habe noch kaum ein Jahr erlebt, in dem es so viele Jubiläen gab: 500 Jahre Kirche Elgg, 50 Jahre Cantus Sanctus, 100 Jahre Chor Elgg, 100 Jahre Dada, und bestimmt noch viele Hundertjährige ­daheim und in den Heimen, die dank der Landluft fit und ­gesund geblieben sind.

Vor 200 Jahren wäre das etwas schwieriger gewesen, da brach gerade der Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa aus. Vom Jahr ohne Sommer, das der Region in der Folge eine furchtbare Hungersnot bescherte, wird in dieser Zeitung noch zu lesen sein. Immerhin, behauptet Wikipedia, verdanken wir dem Pferdesterben in diesem erntelosen Jahr die Erfindung der Draisine, des Vorgängers des Velos. Denn wie jedes Kind weiss: Der Drahtesel braucht kein Futter!

Am Beispiel des Elgger Kirchenchors kann man aufzeigen, wie die Disziplin vor hundert Jahren noch grossgeschrieben wurde: Das Zuspätkommen zu den Proben oder gar das unentschuldigte Fehlen wurde streng gehandhabt. Und zwar da, wo es am meisten schmerzte – im Geldbeutel, mit einer Busse! Wenn man bedenkt, dass die Leute ausserdem noch einen Franken Mitgliedsbeitrag pro Quartal zahlten, was damals ganz schön viel war, spürt man doch, wie wenig Alternativen man — insbesondere als Frau — früher auf dem Dorf hatte.

Bei der Musikgesellschaft Seuzach hingegen war der Dirigent demütig. 1916 stellte Heinrich Hürrlimann eine sehr bescheidene Rechnung, damit die Buchhaltung nicht mit roter Tinte geschrieben werden musste. Währenddessen steckten die meisten Aktivmitglieder im Wehrdienst. Und bestimmt habe ich noch ein kulturelles Jubiläum 2016 übersehen. Sachdienliche Hinweise werden unter kreg@landbote.ch gerne entgegengenommen.

(Landbote)

Erstellt: 18.03.2016, 11:24 Uhr

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