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Es bleibt nur der gute Ruf

Es ist ein bitterer Moment für über 200 Rieter-Angestellte und ihre Familien am Standort Winterthur: Ihre Jobs verschwinden. Die Metallteile für die hochmodernen Spinnereimaschinen werden künftig grossteils in Tschechien, China oder Indien gefertigt. In Winterthur wird nur noch zusammengesetzt und getestet.

Was haben diese Arbeiter falsch gemacht? Nichts. Ihr Verhängnis ist, dass die Chinesen und Inder inzwischen vieles richtig machen. Eine Rieter-Maschine «made in China» sei genauso gut wie eine aus Winterthur, sagt Rieter-Chef Norbert Klapper. Aber billiger. Der Hauptgrund, warum Rieter vorerst wenigstens die Montagejobs in der Schweiz behält, sei, dass manche Kunden auf Maschinen aus der Schweiz bestehen.

Herz und Hirn der Firma Rieter bleibe in Winterthur, sagt Klapper. Der Rest des Körpers ist längst im Ausland. Die Muskeln, die einfachen Arbeiter, sind im Hochlohnland Schweiz je länger je weniger gefragt. Der Frankenschock hat das Problem verschärft, nicht verursacht. Und Winterthur, dieser Wiege der Industrie, bleibt nur der gute Ruf, der Glanz vergangener Tage. Immerhin. Doch ob das reicht? Die Rezepte von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, «innovativ bleiben», klingen je länger je mehr wie Durchhalteparolen.

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