Fussball verbessern

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Die EM hat uns alle fest im Griff und so kommt man in diesen Tagen um Fussball kaum herum. Selbst das Sozialleben wird auf Spielverläufe abgestimmt, damit Verabredungen zum Abendessen ja nicht mit Matchterminen kollidieren. Nun finde ich persönlich ja Fussball grundsätzlich ziemlich langweilig. Um den Aufschrei der Entrüstung bei meinen Lesern gleich vorwegzunehmen: Ich weiss, diese Einstellung ist sehr unmännlich. Aber ich schau ja auch gerne alte Filmmusicals oder höre mir Barbra-Streisand- Platten an – nur so von wegen unmännliche Vorlieben.

Unterdessen habe ich aber herausgefunden, dass meine mangelnde Begeisterung nicht an mir, sondern an den Spielbedingungen liegt. Jedenfalls hab ich bei meinen Buben gesehen, wie man das Fussballspiel viel spannender machen könnte. Die beiden tschutten, EM-begeistert und Panini-hochgerüstet, wie sie sind, bei der steilen Auffahrt vor dem Haus zwischen den Autos der Nachbarn und mit einem alten Schaumgummiball, der laufend Teile verliert.

Das nenne ich eine Herausforderung: Ein unebenes Spielgelände mit Gefälle von über 50 Prozent, ein unterdessen elliptisches Spielgerät, das so unberechenbar vom Boden abprallt, wie wenn man mit einem American Football kicken wollte, und dazu noch lauter Hindernisse in Form von Hauswänden, Blumentöpfen, Kleinwagen und Gartengeräten, die sich in den Weg stellen.

Dagegen sind die Schwierig­keiten, welche die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft mit ihren wenig reissfesten Trikots haben, ja nur noch lächerlich. Auf einem Rechteck von 105 mal 68 Metern kein Tor schiessen, wie die Schweizer und Franzosen im Spiel vom letzten Sonntag, das ist ja wohl keine Kunst. Auf einem ungleichmässigen und hügeligen Pentadekagon, mit einer Querdistanz von sieben Metern, zwischen zwei Autos hindurch in ein offenes Garagentor treffen, und das siebenmal in zwei Minuten, wie mein Neunjähriger das schafft, das soll ihm Xherdan Shaqiri mal nachmachen.

Ich wäre darum dafür, künftige Fussballmeisterschaften statt im Stadion auf dem Parkplatz davor abzuhalten. Ich glaube, der Spielverlauf wäre so viel kurzweiliger. Zudem könnte man sich die mitunter teure Aufrüstung von Fussballstadien sparen. Die Sponsoren aus der Automobilindustrie könnten ihre Produkte schon während des Spiels und nicht erst in den Pausen zeigen. Und auch die Hooligans hättens nicht so weit, um nach verlorenem Spiel den öffent­lichen Raum zu verwüsten. Und die Uefa könnte neben Merchandise-Artikeln auch noch Voll­kaskoversicherungen anbieten. So gewinnt doch jeder, oder? (Landbote)

Erstellt: 22.06.2016, 09:08 Uhr

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