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Das genügt für eine Strafanzeige

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Wären sie nicht schon weg, dann hätten sie gestern sofort ihr Büro räumen müssen: Ex-Stadtrat Matthias Gfeller und die zwei entlassenen Stadtwerk-Spitzenbeamten mussten wegen der Wärmering-Affäre gehen. Nun zeigt sich, dass der Wärmering nur die Spitze eines Eisbergs war. Die Geschäftsleitung unter ihrem hochgejubelten Turbo­direktor agierte am Rande der Korruption. Wie oft Gfeller mitmischelte, ist unklar. Auf jeden Fall hat er Aufsicht und Führung auf haarsträubende Weise vernachlässigt. Trotz allen brisanten Vorwürfen hält allerdings Stadtpräsident Künzle nichts von einer Strafanzeige.

Das kann man, muss man aber nicht so sehen. Die Enthüllungen der Finanzkontrolle sind es definitiv wert, dass sie von einem Staatsanwalt überprüft werden. In den Berichten sind Verstösse gegen das kantonale Submissionsrecht und gegen das kommunale Kreditrecht ­detailliert beschrieben.

Peinlich ist für den Stadtrat, dass er erst auf Anraten der ­Finanzkontrolle damit beginnt, seine Beteiligungen zu kontrollieren. Richtig ist, dass er den Fall Stadtwerk zum Anlass nimmt, zusätzliche Strukturen der Verwaltung zu professio­nalisieren. Genau das braucht es, um künftige Verwaltungsexzesse zu verunmöglichen.

Erstellt: 30.05.2017, 08:40 Uhr

Mirko Plüss, Redaktor Winterthur

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