Angerichtet

In der blauen Stunde den Absprung verpasst

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Es sind die Orte, die immer wieder locken. Der Untersee lässt das Gemüt auf Ferienmodus herunterfahren, das Wasser, alte Bäume, die Uferpromenade, gegenüber die Dörfer und Hügel der deutschen Seite, rechts Steckborns Seefassaden, davor der Jachthafen, in dem Freund Ferdinands Segelboot liegt. Mittendrin steht das Feldbach, ein Hotel und Restaurant, es thront am Wasser und wurde 1252 als Frauenkloster gegründet. Im Saal liess Cousin Martin sein Hochzeitsfest steigen, und auf der Terrasse zum See hin skizzierte Segellehrer Peter Minuten vor der Prüfung ein letztes Mal die Anlegemanöver auf eine Serviette.

Reichlich idyllisch das Ganze. Bliebe noch der nächste Grund, hierherzukommen: das Essen. Und an einem lauen Sommerabend wie diesem war die Seeterrasse der ideale Platz. Passend zu Jahreszeit und Gegend fiel die Wahl auf einen Blanc de noir der Familie Lampert aus Steckborn (52 Franken), was sich nicht als Fehlgriff erwies. Das sehr gehaltvolle Tomatencarpaccio mit Burratini, Rucola, Pesto und Nüssen (19 Fr.), wurde zum ebenso gelungenen Einstieg wie das Erdbeer-Gazpacho mit Knoblauchcrostini, Sauerrahm und Kresse (12 Fr.), das die Zutaten zu einem runden Ganzen vereinte. Das Kalbsrückensteak mit Oliven-Rosmarin-Jus, Bratkartoffeln und Grillgemüse (48 Fr.) war überaus zart, die «Bräterli» ein Genuss.

Die Felchenfilets mit Safranschaum, Risotto und Grillgemüse (41 Fr.) wurden serviert, als der Fischer knapp hundert Meter draussen im Untersee die Netze ausspannte. Die Küche veredelte seine Arbeit bestens, ein Hoch auch auf den Safranschaum. Die gebrannte Creme (14 Fr.), mit delikatem Erdbeerragout hätte ein paar Schokocrumbles mehr vertragen können, der Rüeblikuchen (14 Fr.) gab einen passenden Abschluss ab. Insgesamt waren Lage, Service und Qualität den Preis mehr als wert.

Das Ambiente auf der Seeterrasse verleitete zum Sitzenbleiben, was Folgen haben sollte. Denn mitten in der blauen Stunde, nachdem die Sonne abgetaucht war, setzten die Mücken zum Stichflug an. Ganz offensichtlich hatten wir den Absprung verpasst. Egal. Beim nächsten Mal mit Spray.

Restaurant: Feldbach, Steckborn, hotel-feldbach.ch, 052 762 21 21.

Erstellt: 18.08.2019, 18:25 Uhr

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