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Klares, aber kein überwältigendes Ja

Mit dem Ja der Winterthurer Bevölkerung erhält die Stadtpolizei endlich zeitgemässe Arbeitsbedingungen. Das ist wichtig und richtig. Denn der heutige Standort am Obertor vermag den Bedürfnissen schon lange nicht mehr gerecht zu werden.Allerdings ist die Zustimmung für das Polizeigebäude gemessen an anderen Infrastruktur-Vorlagen relativ tief. Nur 61 Prozent wollten es.

Zum Schulhaus Neuhegi sagten 2014 beispielsweise fast 78 Prozent Ja, zum Schulhaus Zinzikon 2011 gar 81 Prozent. Auch die Stadtpolizei selber bekam vom Volk schon mehr Zustimmung. Im Jahr 2012 wollten rund 75 Prozent das Polizeikorps aufstocken. Der verhältnismässig tiefe Ja-Stimmen-Anteil gibt einen Hinweis darauf, dass das Projekt keineswegs unumstritten war. Zu reden gaben vor allem die hohen Kosten von, inklusive Planung, rund 87 Millionen Franken. Bis zum Schluss blieben Zweifel, ob es nicht eine günstigere Alternative gegeben hätte.

Die Winterthurerinnen und Winterthurer hören aus dem Stadtrat seit Jahren, wie düster die finanzielle Lage aussieht. Entsprechend sind sie nicht gewillt, mehr Geld in Projekte zu investieren als unbedingt nötig. Der Stadtrat ist deshalb gefordert, städtische Grossprojekte mit viel Umsicht zu planen. Denn es spielt durchaus eine Rolle, ob ein Projekt 10 Millionen Franken mehr oder weniger kostet, machen 10 Millionen doch immerhin vier Steuerprozente aus. Und so nötig das Polizeigebäude auch ist: Letztlich bleibt die einfache Wahrheit, dass das Volk das, was es bestellt hat, auch bezahlen muss.

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