Kuhfürze und andere Probleme

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Was würde Julius Maggi wohl denken, wenn er wüsste, was aus seinem Gutshof in Eschikon geworden ist? Dem Erfinder der beliebten Maggi-Würze gehörten in der Gemeinde Lindau mehrere Bauernhöfe und Ländereien. Einen verkaufte er später an den Kanton Zürich, der daraus die Landwirtschaftliche Schule Strickhof machte.Maggi würde sich sicher freuen, dass aus seinem Hof ein Bildungs- und Forschungszentrum geworden ist, das in seiner Art wohl einzigartig ist. Mit viel Brimborium und Prominenz hat es der Strickhof-Chef kürzlich mit Bund und Kanton eingeweiht. Und den Medien vorgeführt, wie Melkroboter und chipgesteuerte Einzelfressplatz-Wiegetröge funktionieren.

Fragen würde sich Maggi wohl aber, weshalb die Fürze von Kühen und anderen Wiederkäuern heute so wichtig sind. Und zwar so wichtig, dass die Forscher die armen Tiere zwei Tage lang in luftdichte Räume sperren. Und in diesen sogenannten Respi­rationskammern mit feinsten ­Instrumenten messen, wie fest die Kühe stinken. Oder wie viel klimaschädigendes Methangas sie ablassen.

Kuhfürze waren Maggi wohl ziemlich egal. Die Tiere als solche bedeuteten ihm viel mehr. Denn aus ihnen stellte er in seiner Fabrik in Kemptthal die Suppenwürze und Fleischbouillon her. Sie und eine gute Zuganbindung nach Winterthur halfen ihm dabei, schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins nahe Ausland zu expandieren.

Ohne Probleme ging es aber auch bei ihm nicht. Nicht die Treibhausgase, sondern ganz andere Ausdünstungen beschäftigten ihn. Brodelte es im Kochtopf, so setzte sich der Geschmack im ganzen Tal in den Kleidern der Einwohner fest. Sogar auf der Autobahn oder in den vorbei­fahrenden Zügen konnte jeder riechen, welche Suppe er gerade in der Mache hatte. Interessiert hätte Maggi deshalb allenfalls, welche Filter in den Respirationskammern zur Anwendung kommen. (Der Landbote)

Erstellt: 14.09.2017, 18:44 Uhr

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