Landluft

OL und Treibjagd an einem Tag

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Sie werden sich nicht einig darüber, wer von ihnen im Wald das Vorrecht hat, die Jäger oder die Sportler. Ein Orientierungslauf mit 1500 Läufern, die sich auf der Suche nach ihren Posten durchs Dickicht schlagen? Gar kein Problem! Finden zumindest die Lauffreudigen und kämpfen um ihren Anlass im Blauenwald zwischen Pfungen und Embrach. «Kommt gar nicht in Frage», finden die Jäger und sträuben sich gegen das Treffen der Läufer. Das Wild sei eh schon in Bedrängnis und brauche Ruhe. Basta!

Am Schauenberg gehts hinge­gen noch beschaulich zu und her. Am runden Tisch bringen auf Einladung des ORG Welsikon ­alle ihre Argumente vor. Jeder hat Verständnis für jeden und am Ende steht die Jagdaufseherin im Publikum und «gwunderet», was die Läufer in ihrem Wald so treiben. Sich kennen ­lernen statt bekämpfen scheint dort die Devise zu sein. Und die Jäger hatten sogar schon eine ganz eigennützige Idee: Sie möchten die Welsiker Waldläufer zur Jagdsaison als Treiber empfangen. Bestens geeignet wären sie. Von Wind und Wetter abgehärtet, schlagen sie sich dann durchs Gehölz und machen das, was sie an ihren Wettkämpfen möglichst nicht sollen – ­Tiere aufscheuchen.

Bei einem Spaziergang im Wald könnte man beim Atmen der ­frischen Landluft doch glatt auf eine Idee kommen: War­um tun sich Jäger und OL-Fans nicht ­zusammen und verbinden ihre Anlässe miteinander? Aus OL wird Treibjagd und umgekehrt. Während die Schweizer Elite der Langstrecken-Orientierungs­läufer auf der Suche nach ihren Posten den Wald durchstöbern, treiben sie gleich das Wild vor sich her. Die Jäger bringen sich in Stellung und warten, bis Wildschwein, Reh und Co. auf der Flucht vor den Sportlern gelaufen kommen. Abdrücken, fertig. Der Wald wäre redlich geteilt und die Bedürfnisse aller an nur einem Tag befriedigt. Und an den restlichen Tagen müssten sich Bambi und seine Freunde nur noch mit Hunden, Pferden und Velos arrangieren.

Erstellt: 09.01.2016, 13:18 Uhr

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