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Unsolidarisch mit dem Schwächsten

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Fast drei Jahre lang haben die Behörden der vier Stammertaler Gemeinden die Vor- und Nachteile einer Fusion gegeneinander abgewogen. Und nun dies: Die Gemeinderäte von Oberstammheim, Unterstammheim und der Schulgemeinde lehnen einen Zusammenschluss ab. Denn sie sehen insgesamt keinen Mehrwert gegenüber dem Status quo, dem heutigen Alleingang also. Nur Waltalingen will fusionieren – weil es der kleinsten Gemeinde finanziell mies geht.

Ist die viel beschworene Solidarität und Zusammenarbeit im Stammertal nur eine Worthülse?

Ja, der aufwendige Abklärungsprozess wurde stets als ergebnisoffen bezeichnet. Und als solcher kann er eben zu einem derartigen Resultat führen. Zu denken gibt aber dies: In den letzten ­Wochen rechnete jede Behörde im stillen Kämmerlein für sich durch, ob sich eine Fusion für die eigene Gemeinde lohnt. Was aber ein Zusammenschluss Waltalingen, dem finanzschwächsten und kleinsten Partner im Tal, bringen würde, floss nicht ins Kalkül ein. Nur das eigene Portemonnaie interessierte.

Da reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich: Ist die viel beschworene Solidarität und Zusammenarbeit im Stammertal nur eine amtliche Worthülse? An der Urne kann die Bevölkerung, die längst in grenzübergreifenden Vereinen aktiv ist, zeigen, dass dem nicht so ist. Einzig die Basis kann die Fusion jetzt noch retten. (Der Landbote)

Erstellt: 02.06.2017, 10:49 Uhr

Markus Brupbacher ist Regionalredaktor des Landboten.

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