Landluft

Vom Bildschirm ins Leben – Heidi statt Kesb

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Dem bewanderten Cineasten werden letzte Woche die deutlichen Parallelen der Tagesschule in Sternenberg zum Heimatfilm «Sternenberg» aufgefallen sein. Das Projekt, ­genau wie Mathias Gnädinger selig, bewahrt die Schule durch eine höhere Schülerzahl vor der Schliessung. Die Geschichte hat demnach nicht nur das Potenzial für wohlige Gänsehaut und feuchte Augen, sondern funk­tioniert handfest angepackt auch in der Realität. Wieso also die Lösungen, die Schweizer Drehbuchautoren unter Einsatz von viel Hirnschmalz ersonnen ­haben, nicht des Öfteren auf ihre Anwendbarkeit hin überprüfen?

Bei den Kleinsten angefangen, könnte beispielsweise die Kesb im grossen Stil entlastet werden. Kinder, die fremdplatziert werden müssen, werden allesamt zu alten Männern auf grüne Alpen geschickt. Die Vorteile wären für alle Seiten enorm. Die Heidis profitieren von frischer Luft und dreckigen Füssen, die Alpöhis vom Kinderlachen, das ihre verhärmten Herzen wärmt, und die Subventionen reichen gut für Kuh und Kind. 20 Jahre später wartet filmische Inspiration auf den unwilligen Rekruten. Vom momentanen Plan A, Veganismus, wechselt er zu Plan B wie Bluntschi. Dieser lässt sich allerdings nur realisieren, wenn bis dahin die Geschlechterdifferenz behoben ist und tatsächlich auf jeden Achtung-fertig-Charlie eine Hauptmannstochter entfällt.

Aber auch im hohen Alter können Mann und Frau sich eine Scheibe abschneiden respektive ein Stück DVD abbrechen. Ganz im Sinne von Sex sells und Häkeln rocks, lässt sich nämlich die Dessousproduktion in die Altersheime verlagern. Unterbeschäftigte Rentner finden so die handwerkliche Erfüllung, bevor die Herbstzeitlosen endgültig vertrocknen, die AHV wird entlastet, der Wutbürger darf sich echauffieren und die Enkel freuen sich über gelismete Büstenhalter mit Alphornaufdruck. Ende gut, alles gut, Happy End. (Landbote)

Erstellt: 29.01.2016, 15:41 Uhr

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