Winterthur

Rieter investiert für den Neubau in Töss 80 Millionen Franken

Obwohl dieses Jahr der Gewinn einbrach und Stellen abgebaut wurden, gibt der Textilmaschinen-Hersteller für sein Grossprojekt am Stadtrand viel Geld aus.

Das teuerste Einzelprojekt in der Rieter-Geschichte: Visualisierung des geplanten «Campus».

Das teuerste Einzelprojekt in der Rieter-Geschichte: Visualisierung des geplanten «Campus».

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Unter anderem wegen des schwelenden Handelsstreits zwischen den USA und China läuft es für den Spinnereimaschinenhersteller Rieter derzeit nicht wie gewünscht. Das Unternehmen, dessen Kernmärkte sich in China und Indien befinden, baut Stellen ab. Umsatz und Gewinn brachen im ersten Halbjahr 2019 ein.

Dennoch bekräftigt Rieter nun sein Bekenntnis zum Hauptsitz in Winterthur, und gibt eine überraschend hohe Summe für den «Campus» auf dem Firmenareal in Töss bekannt.

Bauen auf 30'000 Quadratmetern

Im geplanten 80-Millionen-Bau sollen Entwicklung, Verwaltung und das Kundenzentrum in Winterthur konzentriert werden. Eine solche Geldsumme hat noch kein Einzelprojekt in der Geschichte der Firma gekostet. Die Bauarbeiten auf rund 30'000 Quadratmetern Fläche sollen im Frühling 2020 beginnen. Die Mitarbeitenden werden in den bestehenden Gebäuden auf dem Areal weiterarbeiten, bis der Campus beziehbar ist.

In Winterthur arbeiten derzeit 650 Personen, 2018 waren es noch 720. Weltweit sind 4'740 Angestellte für Rieter tätig. Derzeit ist zwar kein weiterer Abbau geplant, aber das könne schnell ändern, liess sich Firmenchef Norbert Klapper kürzlich von der Finanzagentur AWP zitieren.

Spurensuche im Boden

Vor dem Baubeginn wird das Rieter-Areal archäologisch analysiert. Diese Woche hat ein Team der Kantonsarchäologie mit Grabungen begonnen. Die Fachleute sind derzeit mit dem Voraushub beschäftigt. Sie graben zum ersten Mal auf dem Areal, das Reich an Geschichte ist.

Im Jahr 1233 wurde auf dem heutigen Firmengelände ein Dominikanerinnen-Kloster errichtet. Übrigens führten die «Schwestern» auch schon Spinnerei-Arbeiten aus. Vor gut 200 Jahren wurde das Kloster abgebrochen. Der Unternehmer Heinrich Rieter erstand das Gelände 1833 und baute seine Fabrik. Welche archäologischen Schätze seither im Untergrund ruhten, wird in einigen Monaten klar sein.

Erstellt: 20.09.2019, 09:27 Uhr

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