FCW

Roman Buess – ein kleiner Coup des FCW

Am Tag vor dem Trainingsstart ist dem FCW der erste «Königstransfer» geglückt: Roman Buess wird in der Offensive Nachfolger Taulant Seferis, und zwar definitiv mit einem Zweijahresvertrag und nicht nur als Leihgabe eines «Grossen».

Roman Buess (rechts) spielte im Frühjahr mit Lausanne-Sport.

Roman Buess (rechts) spielte im Frühjahr mit Lausanne-Sport. Bild: Keystone

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Ein halbes Dutzend Spieler aus dem Stammkader hat der FCW verloren, angefangen bei den ausgeliehenen Stützen Roberto Alves, Remo Arnold und Taulant Seferi bis zu Denis Markaj, Eris Abedini und Karim Gazzetta. Also wars an der Zeit, diese Lücken zu stopfen. Rechtsverteidiger Nils von Niederhäusern (23), ein ehemaliger FCW-Junior aus Vaduz, und Offensivkraft Nuno Da Silva (25) aus Thun waren die ersten. Und nun kommt, rechtzeitig für den Trainingsstart heute Nachmittag, einer dazu, der sich in die erste Reihe einfügen soll – denn das muss ja einer, der die Nachfolge Seferis antreten soll. Es ist Remo Buess, ein gebürtiger Basler, mit der Erfahrung aus über 100 Spielen in der Super League und damit dem Ausweis, für die Challenge League eine überdurchschnittliche Kraft zu sein.

Gute Zeit in St. Gallen

Buess wird im September 27 Jahre alt. Er hat immerhin sieben Jahre als Profi in der Challenge League (in Aarau, Wohlen und Locarno, zuletzt Lausanne) und in der Super League (dreieinhalb Saisons in Thun und St. Gallen) hinter sich. Ausgebildet wurde er beim FC Basel, 19 Jahre alt war er, als er in Cup und Super League je einmal kurz fürs «Eins» des grossen FCB spielen konnte. Zwecks Ausbildung wurde er dann in die Challenge League ausgeliehen, ein Jahr nach Aarau, eines nach Locarno, dann definitiv abgegeben für ein weiteres Jahr an Wohlen. In Aarau gehörte er zwar zu René Weilers Aufstiegsmannschaft, aber noch nicht als Kraft, die sich ausreichend Einsätze in der Super League hätte versprechen können. In Locarno und danach in Wohlen schoss er dann schon so viele Tore, dass er das Gefühl haben konnte, «für die Super League bereit zu sein», wie er es selbst formuliert. In Thun bestätigte er das als Stammkraft mit immerhin zehn Toren in einer Saison.

Der FC St. Gallen war der nächste Sprung. Und mindestens zwei Jahre lang, vor allem in der Zeit unter Trainer Giorgio Contini, liefs auch ordentlich bis gut. Auf jeden Fall war Buess, physisch stark, technisch eine Spur weniger, über zwei Saisons Stammspieler mit immerhin 23 Toren in 87 Pflichtspielen. Aber unter der neuen Führung (und dem neuen Trainer Peter Zeidler) verdichteten sich allmählich die Anzeichen, «dass ich nicht mehr in die neue Philosophie des Vereins passe», sagt Buess. Im vergangenen Winter wurde ihm beschieden, er erhalte im Sommer keinen Vertrag mehr. Lange liefs also gut in St. Gallen, der Schluss war «schon eine Enttäuschung».

«Mit sehr hohen Ambitionen»

Also passte allen, dass er Anfang 2019 zum Aufstiegskandidaten Lausanne zurück in die Challenge League wechselte. Eine «einfache Zeit», sagt er, sei es dort nicht geworden, denn die Mannschaft Continis verpasste schliesslich selbst das Minimalziel, die Barrage. Das schien gesichert. Aber dann verlor Lausanne in Aarau und gegen Servette – «und danach wurde Nervosität spürbar», sagt Buess. «Wir liessen zu oft Punkte liegen, selbst wenn wir haushoch überlegen waren.» Buess war Ende Saison transferfrei, sein Vertrag lief aus. Nun hat ihn der FCW verpflichtet, von dem er sagt: «Wir haben eine sehr gute Mannschaft.» Und die erhalte einen neuen Stürmer «mit sehr hohen Ambitionen», der «sehr ehrgeizig» sei und von sich selbst schon «glaubt, dem FCW weiterhelfen zu können.»

Ein Tor gegen die Winterthurer hat er in seiner Karriere noch nicht geschossen. Dafür kennt er den einen oder andern seiner neuen Kollegen gut: Torhüter Raphael Spiegel und Sead Hajrovic gehörten mit ihm zum Kader des U17-Nationalteams, das vor zehn Jahren in Nigeria Weltmeister wurde. Spiegel sass stets auf der Bank, Hajrovic wurde in sechs von sieben Spielen zumindest zeitweise eingesetzt. Buess brachte es auf drei Auftritte, Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic standen ihm knapp vor der Nase. Heute trifft Buess aber auch Davide Callà wieder, mit dem er ehedem in Aarau aufstieg. Buess mag also der erste «Königstransfer» sein, zumal er keine Leihgabe ist wie zuletzt Arnold, Roberto Alves und Seferi, die nach guten Leistungen zurückgerufen wurden. Er wurde definitiv und ablösefrei verpflichtet. Aber es sind vor allem noch zwei Lücken zu stopfen; im Zentrum, auf der «Sechs» und in der Offensive. Neben Buess, von Niederhäusern und Nuno Da Silva trainiert heute auch Martin Liechti (21) mit, ein offensiver Mann für die (rechte) Aussenbahn. Er soll vom FC Basel ausgeliehen werden, in der vergangenen Saison war er es an den FC Aarau, der ihn zehnmal einsetzte, allerdings nur im Herbst.

Ein Basler und Testspieler

Zum Training kommt, zumindest mal zur Sichtung, auch Marcin Dickenmann (19), ein Rechtsverteidiger aus der U21 der Grasshoppers. Und es erscheinen ein Spanier, eine «Zehn» aus der «Segunda B», und drei Israelis. Die erste Gelegenheit, die Neuen im Spiel zu sehen, bietet sich am Freitag im Schwamendinger Heerenschürli gegen den FCZ.

Erstellt: 16.06.2019, 20:49 Uhr

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