Kleinandelfingen

Sie treffen sich in der Scheune für Politik und Bratwurst

An der Gemeindeversammlung im Ortsteil Alten erntete der Gemeinderat Lob für die Jahresrechnung. Auch als er neue Erkenntnisse zum Fusionsprojekt präsentierte, gab es keine Kritik.

Die Versammlung der Gemeinde Kleinandelfingen fand auf einem Hof in Alten statt. Nicht nur deshalb war die Stimmung entspannt.

Die Versammlung der Gemeinde Kleinandelfingen fand auf einem Hof in Alten statt. Nicht nur deshalb war die Stimmung entspannt. Bild: Rafael Rohner

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Die Einwohner in Kleinandelfingen sind offensichtlich zufrieden mit der Arbeit ihres Gemeinderats. Am Mittwochabend in Alten bewilligten sie alle drei Geschäfte einstimmig und kommentarlos. Einzig die Rechnungsprüfungskommission (RPK) meldete sich zu Wort und geizte dabei nicht mit Lob: «Wir gratulieren dem Gemeinderat», sagte RPK-PräsidentUlrich Baumgartner nach der Präsentation der Jahresrechnung 2018. Alles sei plausibel erklärt, offene Fragen habe man klären können. Bei der wirtschaftlichen Hilfe sprach er gar von vergleichsweise paradiesischen Verhältnissen. Einzig auf die Entwicklung bei der Pflegefinanzierung wies er kritisch hin, obschon diese der Gemeinderat ja nicht beeinflussen könne.

Auch Finanzvorständin Linda Mathis hatte in ihrer Präsentation auf diesen Punkt aufmerksam gemacht. Seit 2017 seien die Kosten um zehn Prozent gestiegen, sagte sie. «Die Lebenserwartung steigt.» Und damit auch die Kosten für Betreuung und Pflege. Die Gemeindefinanzen sind dennoch im Lot. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Überschuss von rund 260000 Franken. Die Tendenz bei den Steuereinnahmen zeigt schon seit 2014 leicht nach oben.

Leise schnaubt ein Pferd

Nicht nur wegen der erfreulichen Zahlen war die Stimmung an der Gemeindeversammlung entspannt. Denn abgehalten wurde sie in einer offenen Scheune von Gemeinderat Roger Keller und seiner Frau in Alten. Auf den Tischen der 56 Stimmberechtigten standen Blumen, Grillen zirpten und hin und wieder schnaubte ein Pferd leise im Hintergrund.

Der Gemeinderat hatte sich vor drei grossen Fahnen der Ortsteile Alten, Oerlingen und Kleinandelfingen positioniert. Es ist üblich in Kleinandelfingen, dass die Versammlung während jeder Amtsdauer mindestens einmal in jedem der drei Ortsteile stattfindet.

Vorteile einer Fusion

Trotz der patriotischen Fahnen im Hintergrund informierte Gemeindepräsident Peter Stoll im Anschluss an die Versammlung über Pläne, die für die Gemeinde in ihrer heutigen Form das Ende wäre: Die Fusion mit den Gemeinden Adlikon, Andelfingen, Humlikon, Henggart und Thalheim an der Thur.

Es sind allerdings keine schlechten Perspektiven, die ein solcher Zusammenschluss eröffnen könnte: «Es zeichnet sich ein attraktiver Steuerfuss ab», sagte jedenfalls Peter Stoll. Gemäss ersten Erkenntnissen aus den Arbeitsgruppen könnten wiederkehrende Kosten eingespart werden. Als Standort für ein gemeinsames Verwaltungszentrum sei derzeit Henggart im Gespräch. Zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur einzelner Gemeinden seien nicht nötig, da alle auf einem ähnlichen Stand seien. Der neue Gemeinderat soll aus sieben Personen bestehen. Die Steuerungsgruppe will bis spätestens Ende September ein Schlussbericht vorlegen. Danach folgen öffentliche Informationsveranstaltungen. Nach Stolls Ausführungen blieb es ruhig, niemand stellte eine Frage.

Das Werkhof-Team grilliert

Es wehte bald ein verführerischer Duft in die Versammlung herüber. Das Werkhof-Team hatte ein paar Meter weiter den Grill eingeheizt und mit ersten Würsten für alle belegt. Die Informationen zur geplanten Aussensportanlage und zur abgeschlossenen Sanierung der Badi Oerlingen wurden vielleicht auch deshalb eher kurz gehalten. Die Sanierung der Badi bleibt trotz leichter Verzögerungen weiterhin im Budget, die Aussensportanlage ist auf Kurs. Aktuell ist man an der Detailplanung. (Der Landbote)

Erstellt: 23.05.2019, 17:33 Uhr

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