Persönlich

«Sogar beim Zähneputzen habe ich Bücher gelesen»

Helle Sidelmann Norup ist Dänin, Wahl-Seuzacherin und hat einen Fantasyroman für Kinder geschrieben. Ihr Erstling heisst «The missing Barbegazi» und ist in Englisch erschienen.

Helle Sidelmann Norup hat in vielen Ländern gelebt, bevor sie in Seuzach landete und ein magisches Kinderbuch veröffentlichte.

Helle Sidelmann Norup hat in vielen Ländern gelebt, bevor sie in Seuzach landete und ein magisches Kinderbuch veröffentlichte. Bild: Marc Dahinden

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«Ich habe mich jeweils ins Schlafzimmer zurückgezogen, den Raum verdunkelt und die Temperatur der Klimaanlage runtergedreht», sagt Helle Sidelmann Norup. Eine Geschichte zu schreiben, die von haufenweise Schnee, Lawinen und Skirennen handelt, während draussen tropische Temperaturen herrschten, sei eine Herausforderung gewesen.

Norup hat die letzten drei Jahre mit ihrer Familie in Singapur verbracht. Zuvor hat die Dänin in den USA, in Basel, London und Seuzach gelebt. Kürzlich ist die Familie in die Schweiz zurückgekehrt. «Seuzach ist unsere Homebase», sagt Norup auf Deutsch mit charmantem Nordländerakzent, wobei die Wahl zufällig auf diese Gemeinde fiel.

Das Haus mit Glasfront ist im nordischen Stil eingerichtet, ein grünes Gemälde im Wohnzimmer setzt einen Akzent. «Dieses Bild haben wir in Hanoi gekauft und während unserer ganzen Vietnamreise mitgetragen.» Während des Aufenthaltes in Singapur hat Norup weitere asiatische Länder und Australien bereist, die Weihnachtstage verbrachte die Familie jeweils auf innigen Wunsch der Teenager beim Skilaufen in St. Anton am Arlberg. Hier hat die Familie bereits früher Ferien verbracht: «Unsere Söhne trainierten damals sogar in einem Skirennteam.»

Womit wir bei Tessa angelangt sind, der Protagonistin aus dem Buch «The missing Barbegazi». Tessa trainiert am selben Ort in einem Skiteam, ist aber vorwiegend auf der Suche nach Elfen, die einst ihren Grossvater aus einer Lawine gerettet haben sollen. Als sie tatsächlich ein Exemplar der Barbegazi namens Gawion aufspürt, zögert Tessa, ihr Wissen preiszugeben, zumal Gawions Schwester entführt worden ist.

Das Buch richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und ist in Englisch bei Pushkin Children’s Books erschienen. «Die Sunday Times hat mein Buch zu den besten Kinderbüchern 2018 erkoren», freut sich Norup. Eigentlich habe sie eine Geschichte in der realen Welt schreiben wollen, «aber bereits im zweiten Kapitel trifft Tessa ein Elfenwesen». Ohne grosses Dazutun der Autorin. Die anschliessende Recherche habe ergeben, dass die Mythologie im Alpenraum Elfenwesen kenne, die auf Lawinen surfen.

«Mein Vater war verrückt nach Golf, der Golfplatz mein Spielplatz.»Helle Sidelmann Norup

«Ich habe seit jeher Fantasyromane geliebt», als Kind habe sie stapelweise Bibliotheksbücher nach Hause getragen. «Sogar beim Zähneputzen habe ich Bücher gelesen.» Geboren ist Norup 1969 in einem dänischen Küstenstädtchen in der Nähe von Aarhus, direkt neben einem Golfplatz, am Meer. «Mein Vater war verrückt nach Golf, der Golfplatz mein Spielplatz.» Auf dem Golf-Trolley habe ihr Vater einen kleinen Kindervelositz montiert, zwecks Transport von Golfequipment samt Tochter. Auf Anfrage gibt Norup ihr aktuelles Golfhandicap preis: 6.

Als Studienrichtung wählte Norup Betriebswirtschaft. 1995 bot ihr Arbeitgeber, ein dänisches Pharmaunternehmen, Norup eine Projektleitungsstelle in Basel an. Das Skiangebot in der Schweiz überzeugte ihren Freund und heutigen Mann, mitzukommen. «Jede freie Minute haben wir auf der Skipiste verbracht.»

«Der Verlag hat bereits nach dem Entwurf des zweiten Romans gefragt.»Source

Der Wunsch, Autorin zu werden, entstand später. Das Handwerk erlernte Norup während einer mehrjährigen Lernphase in Workshops und mittels Vernetzung mit anderen Autoren, sie entschied sich, in Englisch zu schreiben. «Der Verlag hat bereits nach dem Entwurf des zweiten Romans gefragt.»

Die Geschichte handle von einem Mädchen und asiatischen Fabelwesen. Diesmal schreibt die Autorin, eingehüllt in eine Strickstola, ein Abenteuer, das im tropischen Singapur spielt, während die Schweiz im Schnee versinkt.

Erstellt: 20.01.2019, 14:25 Uhr

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