Seuzach

Spitexfusion hat sich für fast alle gelohnt

Dass Spitexkosten helfen, das Jahresergebnis der Gemeinde Seuzach zu verbessern, kam überraschend. Die Fusion zweier Spitexvereine zahlt sich offensichtlich aus.

Die Spitex RegioSeuzach erbringt im erweiterten Gebiet  Pflegeleistungen im Auftrag von sieben Gemeinden.

Die Spitex RegioSeuzach erbringt im erweiterten Gebiet Pflegeleistungen im Auftrag von sieben Gemeinden. Bild: Shotshop, Grafik: da

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Die Spitexfusion trägt Früchte: Die Gemeinde Seuzach gab an ihrer Gemeindeversammlung bekannt, dass sie von der Spitex RegioSeuzach eine Gutschrift von 165 000 Franken erhalte. Im Budget war ein Defizit von 15 000 Franken vorgesehen. Die Differenz verbesserte die Jahresrechnung von Seuzach immerhin um 180 000 Franken. «Wie ist das möglich?», fragte ein Seuzacher Votant nach. Er könne sich das nicht erklären. Er bekam zur Antwort, dass sich die Vergrösserung des Verbandsgebietes positiv auf die Fixkosten ausgewirkt habe.

Seit dem 1. Januar 2017 erbringt die Spitex RegioSeuzach Dienstleistungen im Auftrag von sieben Gemeinden. Die neue Organisation ist aus der Fusion des Spitexvereins Seuzach-Hettlingen-Dägerlen mit dem Spitexzweckverband von Altikon, Dinhard, Ellikon an der Thur und Rickenbach hervorgegangen.

Je nach Anzahl Pflegefälle

An der Versammlung meldete sich auch Maria Weber zu Wort, die dem erweiterten Spitexverein als Vizepräsidentin vorsteht. Sie zeigte sich erfreut über den guten Abschluss, dämpfte jedoch allzu grossen Optimismus. Jede Gemeinde zahle für ihre eigenen Patienten. «Gibt es einen intensiven Pflegefall kann der Kostenanteil schon nächstes Jahr wieder ganz anders aussehen.»

Dies dürfte in Rickenbach der Fall sein, wo der Kostenanteil an die Spitex RegioSeuzach für 2017 um rund 80 000 Franken höher ausfällt, als von der Spitex RegioSeuzach im Vorfeld des Budgetsprozesses eingeschätzt.

Der erweiterte Spitexverein kann insgesamt gesehen im ersten Jahr seiner neuen Zeitrechnung aber auf ein Ergebnis blicken, das sich gegenüber der budgetierten Annahme erfreulich verbessert hat.

«Wir haben sehr gut abgeschlossen», bestätigt Maria Weber. Das Budget sei angesichts der Unwägbarkeiten nicht schlecht getroffen worden. Für die sieben Gemeinden war ein gesamthafter Kostenanteil von 1,54 Millionen Franken veranschlagt. ImJahresabschluss beträgt dieser Anteil noch 1,32 Millionen Franken.

Tiefere Kosten pro Einwohner

Eine deutliche Sprache sprechen laut Weber auch die Kosten pro Einwohner: Diese hätten sich durch den Zusammenschluss für 2017 wieder «gewaltig reduziert». Ein Vergleich der letzten vier Jahre zeigt: Während der Spitexanteil in Seuzach, Hettlingen und Dägerlen 2014 noch 76 Franken pro Einwohner betrug, stieg er 2015 auf 99 Franken und 2016 auf 105 Franken an. «2017 sind es wieder 76 Franken pro Einwohner», freut sich Weber.

Mehr Leistungsstunden

Aus Sicht der Spitex Seuzach-Hettlingen-Dägerlen hat sich das Verbandsgebiet um über 50 Prozent vergrössert: Die erweiterte Spitexregion umfasst heute etwa 17 000 Personen. Die Gemeinden Seuzach, Hettlingen, Dägerlen zählten vorher etwa 11 500 Einwohner. Im Gebiet der sieben Gemeinden wurden rund 3850 mehr Pflegestunden erbracht: Diese Zahl erhöhte sich 2017 um 17 Prozent auf 26 635 Leistungsstunden.

Um die Frage des Seuzacher Votanten an der Gemeindeversammlung noch einmal aufzugreifen: Erhält die Gemeinde Seuzach jetzt 165 000 Franken zurück? Maria Weber verneint. «Das Geld bleibt Seuzach als Guthaben erhalten.» Denn die sieben Gemeinden leisten der Spitex RegioSeuzach jeweils Ratenzahlungen im voraus, damit für Löhne genug flüssige Mittel vorhanden sind. (Landbote)

Erstellt: 13.06.2018, 20:40 Uhr

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