Winterthur

Stadtrat ist zufrieden mit der Förderung von Start-ups

Wie attraktiv bietet sich die Stadt als Standort für Jungfirmen an? Der Stadtrat findet, man setze die Förderung gut um. «Klare Strategie? Fehlanzeige!» – so sehen es die Kritiker.

House of Winterthur (HoW) mit Sitz an der Technikumstrasse 83 unterstützt Start-ups in Winterthur.

House of Winterthur (HoW) mit Sitz an der Technikumstrasse 83 unterstützt Start-ups in Winterthur. Bild: Madeleine Schoder

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Positioniert sich die Stadt Winterthur gut als attraktiver Standort für Jungunternehmer? Das wollten vor zwei Jahren die Gemeinderäte Michael Zeugin (GLP, zurückgetreten) und Pirat Marc Wäckerlin vom Stadtrat wissen und forderten diesen in einem Postulat auf, eine entsprechende Strategie zu formulieren.

In seiner Antwort listet der Stadtrat nun die bisherigen Aktivitäten auf und beschreibt das Netzwerk aus lokalen und regionalen Partnern, wie es in den letzten Jahren gewachsen ist. Der Ball liegt bei House of Winterthur (HoW), das die «Impulsstrategie Arbeitsplätze» umzusetzen hat. Den Support von Start-ups hat es in seiner Standortstrategie 2030 als Schwerpunkt definiert. Es vermittelt Immobilien, organisiert den jährlichen Neugründer-Apéro. Neu ist die Partnerschaft des HoW mit dem Verein Go!, der zinslose Mikrokredite für Firmengründungen vergibt, und neu ist auch die Plattform Start­up-guide-winterthur.ch, auf der die Akteure des überregionalen Netzwerkes kurz porträtiert und verlinkt werden.

«Es herrscht das Prinzip Hoffnung, dass die ZHAW als Zugpferd fungiert.»Michael Zeugin (GLP)

Zu diesem Netzwerk gehört neben der ZHAW mit ihrem Center for Innovation & Entrepreneurship, diversen Co-Working Spaces auch der Technopark Winterthur, an dessen Aktiengesellschaft die Stadt beteiligt ist und wo heute rund 50 Start-ups angesiedelt sind. Der Technopark will sich strategisch neu positionieren, wie er kürzlich mitgeteilt hat, stärker mit lokalen und regionalen Firmen zusammenarbeiten und sich bei den Start-ups auf die Branchen Gesundheit, industrielle Prozesse und Energie konzentrieren.

Am meisten frischen Wind in die Start-up-Szene brachte im vergangenen Jahr wohl die ­Start-up Night, organisiert vom Entrepreneur Club Winterthur. Rund 800 Interessierte strömten in den Technopark, diesen Herbst sollen es 1000 sein. HoW unterstützt den Anlass.

Der Stadtrat stellt sich so weit ein gutes Zeugnis aus. Die ­Start-up-Förderung sei bereits «gut aufgegleist» und werde «auf agile Weise umgesetzt». Selbst­bewusst schliesst er in seiner Antwort: «Es darf davon aus­gegangen werden, dass sich die Stadt und Region auf diesem Weg in Zukunft noch verstärkt als attraktives Start-up-Zentrum positionieren kann.»

«Man könnte sich an Zug ein Beispiel nehmen»

Komplett anders sehen dies die zwei Erstunterzeichner, die keine ambitionierte Vorwärtsstrategie erkennen können. Der Stadtrat könnte sich ein Beispiel an der Stadt Zug nehmen, findet Wäckerlin. «Dort ziehen alle am selben Strick, wollen Blockchain fördern und akzeptieren die Steuern in Bitcoin.» Eine übergreifende Zusammenarbeit in Winterthur könne er nicht erkennen: «Klare Strategie? Fehlanzeige!»

Als «sehr dünne Post» bezeichnet Kantonsrat Michael Zeugin die Antwort: «Es herrscht das Prinzip Hoffnung, dass die ZHAW als Zugpferd hilft, dass sich eine Start-up-Szene etabliert.» Klar sei: Die Dynamik in der Start-up-Szene sei jetzt besonders gross. «Da sollte man nicht länger zuwarten, sondern mit konkreten Projekten auf sich aufmerksam machen, House of Winterthur die nötigen Kompetenzen übertragen und es nicht auf der politischen Ebene ausbremsen.»

Bei HoW heisst es, mit dem Postulat renne man offene Türen ein. Man wolle Winterthur auch im Start-up-Bereich als Technologiestandort positionieren.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.06.2018, 18:34 Uhr

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