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Stadtrat «sündigt» für den Handball-Club Pfadi

Pfadi Winterthur ist ein Sanierungsfall, nun gibts sogar vom Stadtrat Geld. Stefan Fritschi verspricht: «Eine absolute Ausnahme».

Sportstadtrat Stefan Fritschi inmitten von Pfadi-Spielern (anlässlich der Feier zum Cupsieg im Sommer 2015).
Sportstadtrat Stefan Fritschi inmitten von Pfadi-Spielern (anlässlich der Feier zum Cupsieg im Sommer 2015).
Johanna Bossart

Pfadi Winterthur braucht Geld, und das schnell. Vor einem Jahr wurde ein Schuldenberg von 1,5 Millionen Franken publik, ein damals gestartetes Sanierungsprogramm wird noch mindestens vier Jahre laufen. Nun hat der Stadtrat 100'000 Franken für Pfadi gesprochen, in vier Tranchen soll die Nachwuchsförderung einen Zustupf erhalten.

Die erste Tranche wird sofort und aus dem Stadtratskredit bezahlt. Für die Jahre 2018 bis 2020 werden die Beiträge dann bei der städtischen Sportförderung ordentlich budgetiert.

Kann Kritik nachvollziehen

Aus diesem Fördertopf gehen bereits heute rund 200'000 Franken direkt an die Winterthurer Sport-Clubs. Der grösste Teil der Unterstützung erfolgt aber indirekt, indem die Stadt den Clubs die Infrastruktur in Form von Turnhallen, Fussballplätzen, dem Hallenbad, der Leichtathletikanlage oder der Eishalle günstig zur Verfügung stellt.

Die Direktzahlungen an einen angeschlagenen Club seien ein «ordnungspolitischer Sündenfall», sagt Sportstadtrat Stefan Fritschi (FDP). «Ich kann Kritik daran nachvollziehen, doch es soll wirklich die absolute Ausnahme bleiben.» Die Beiträge seien im Fall von Pfadi aber von grosser Wichtigkeit: «Unser Beitrag wird bei den privaten Sponsoren als Katalysator gesehen, teilweise machten sie ihre Unterstützung von unserem Engagement abhängig.» Fritschi gibt zu Bedenken, dass die städtische Unterstützung «relativ klein» ausfalle im Vergleich zum «grossen Geldbedarf», den Pfadi habe.

Pfadi-Plan ist «ehrgeizig»

Der Stadtrat versuche generell, die Spitzenclubs der Stadt punktuell zu unterstützen, sagt Fritschi und erwähnt das «Naming-Sponsoring» der Eishalle Deutweg. Die Umbennenung in «Zielbau Arena» vor einem Jahr brachte 100'000 Franken ein, 90'000 davon gingen direkt an den EHCW, der ebenfalls mit wiederholten Defiziten kämpft.

Trotz der Pfadi-Unterstützung hat der Stadtrat aber eine kritische Haltung gegenüber der laufenden Sanierung. «Pfadi verfolgt mit dem Ligaerhalt einen ehrgeizigen Plan, das sage ich offen», so Fritschi. Deshalb wolle der Stadtrat über die Beiträge auch jedes Jahr neu entscheiden, und so das «Risiko für den Steuerzahler minimieren».

«Heikel für den Stadtrat»

Der Auslöser für die Aktion war Pfadi-Präsident Jürg Hofmann. Er hatte eine entsprechende Anfrage bereits im letzten Jahr bei der Stadtregierung deponiert, er sagt: «Wir wissen natürlich um die angespannte Finanzlage der Stadt und wie heikel es für den Stadtrat derzeit ist, solche Unterstützungsbeiträge zu sprechen.» Hofmann sieht sich deshalb noch stärker der Transparenz verpflichtet: «Bereits heute liefern wir unsere Quartalszahlen auch dem Stadtrat ab und unsere Finanzen stehen unter Kontrolle der Wirtschaftsprüfer.»

Es sei «sehr schön, dass wir nun auch vom Stadtrat unterstützt werden», sagt Hofmann weiter. «Wir wollen auch zukünftig einer jener wenigen Winterthurer Clubs bleiben, die auch im Juniorenbereich um Nationale Titel spielen können.» Das Sanierungsprogramm sei auf gutem Weg, sagt Hofmann. «Wir schreiben auch dieses Jahr ein Minus, aber es ist kleiner als gedacht.» Die Clubleitung rechnet damit, dass Pfadi in vier bis fünf Jahren wieder aus den roten Zahlen kommt. Laut Hofmann gab es schmerzhafte Einschnitte. So sei für die aktuelle Saison das Lohnbudget, das Pfadi nicht ausweist, um 200'000 Franken gesenkt worden.

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