Winterthur

Städtische Flotte fährt noch nicht sauber

Von den Autos und Transportern der städtischen Betriebe, fährt erst ein winziger Anteil mit Elektroantrieb. Bis die ganze Fahrzeug-Flotte sauber fährt, wird es noch etwas dauern.

Jeder siebte Stadtwerk-Transporter fährt mit E-Antrieb.

Jeder siebte Stadtwerk-Transporter fährt mit E-Antrieb. Bild: Stadtwerk Winterthur

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Winterthur, Energiestadt Gold: Die Stadt hat sich den 2000 Watt-Zielen verschrieben und gelobt, fleissig darauf hinzuarbeiten. Doch wie sieht es mit der städtischen Fahrzeugflotte aus? Wie sauber ist diese unterwegs? Das wollte die Gemeinderätin Iris Kuster (CVP) in einer schriftlichen Anfrage vom Stadtrat wissen. Die Antwort: Noch nicht sehr sauber.

Nur 35 von 603 Fahrzeugen sind derzeit mit Elektro-Motor angetrieben, 6 Prozent. Bei Spezialfahrzeugen wie Strassenkehrmaschinen gebe es derzeit noch keine adäquaten Alternativen, ja sogar bei den Lieferwagen und Kleinlastern sei die Anzahl Hersteller und das Angebot an alltagstauglichen und zahlbaren Gefährten noch bescheiden, heisst es in der Antwort des Stadtrats. Diese Erfahrung habe Stadtwerk gemacht, als es im letzten Jahr neue E-Transporter angeschafft habe.

Wer sich nicht an die neuen Grenzwerte hält, dem drohen Strafzahlungen.   

Tatsächlich: 2017 wurden schweizweit lediglich 185 E-Transporter zugelassen, vornehmlich zwei Modelle von Renault und Nissan, wie die Import-Zahlen von Auto-Schweiz zeigen, der Vereinigung der Automobil-Importeure. Man rechne allerdings mit einem Wachstum ab 2020, heisst es dort. Dann wird der CO2-Grenzwert für leichte Nutzfahrzeuge schrittweise auf 147 Gramm pro Kilometer gesenkt, wie in der EU, was nicht einfach wird. Denn mit durchschnittlich 195 g/km (Stand 2015) stossen die Schweizer Lieferwagen und leichten Sattelschleppern noch deutlich mehr aus, als diejenigen in der EU (168 Gramm). Wer sich nicht an die neuen Grenzwerte hält, dem drohen Strafzahlungen.

Bei der Beschaffung von Fahrzeugen hat der Stadtrat im letzten Jahr die Richtlinien angepasst. Neue Fahrzeuge müssen grundsätzlich mit Gas-, Hybrid- oder Elektromotor betrieben werden. Das Umrüsten wird allerdings Schritt für Schritt geschehen. 43,5 Millionen Franken beträgt der aktuelle Wert der gesamten Flotte oder anders ausgedrückt: 80 Prozent der steuer­finanzierten Investitionen.

«Nicht finanzierbar»

Sofort umzustellen würde vier Fünftel dieses Geldes verschlingen, was angesichts der Investitionen ins Polizeigebäude, Schulhausneubauten oder -sanierungen nicht finanzierbar sei, schreibt der Stadtrat.

Die Stadtwerk Winterthur-Flotte umfasst insgesamt 117 Fahrzeuge, davon 89 Lieferwagen. Bei diesen liegt der E-Anteil mit 12 Stück bei 14 Prozent, bei den Personenwagen 60 Prozent und über den gesamten Wagenpark bei 22 Prozent. Grundsätzlich sei man zufrieden mit den E-Mobilen. Die Wartungskosten seien deutlich tiefer. Dafür kosten die Ladestationen (9000 Franken pro Anlage), von denen Stadtwerk heute 32 installiert hat.

«Die Reichweite unserer Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb könnte noch etwas grösser sein.»Tobias Nussbaum, Stadtwerk-Sprecher

Noch nicht optimal sei die Reichweite der E-Transporter. «Sie könnte grösser sein», bilanziert Stadtwerk-Sprecher Tobias Nussbaum. Die neuste Version des Renault Kangoo, das häufigste Modell, soll mit einer Ladung bis 270 Kilometer weit kommen.

Durchbruch bis 2020?

Gerade bei den leichten Nutzfahrzeugen geht der Trend in Richtung Elektroantrieb, wie letzte Nutzfahrzeug-Messe transport.ch gezeigt. «Die Angebots-Palette wird deutlich breiter werden», sagt der Messe-Sprecher auf Anfrage. Aber der grosse Durchbruch sei 2020 wohl noch nicht erreicht.

(Der Landbote)

Erstellt: 21.01.2018, 14:11 Uhr

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