Winterthur

Superblock wird wieder ein Thema

Als die Stadtverwaltung in den Superblock zog, rechnete man damit, dass auch die Kreisschulpflegen umziehen würden. Doch die Präsidenten wollten nicht. Nach den Wahlen vom Sonntag ist eine Neubeurteilung möglich.

Ob die Kreisschulpflegen in den Superblock ziehen sollen, wird aktuell wieder diskutiert.

Ob die Kreisschulpflegen in den Superblock ziehen sollen, wird aktuell wieder diskutiert. Bild: Enzo Lopardo

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Als 2015 der Umzug in den Superblock anstand, war für den Stadtrat klar: Auch die Büros der Kreisschulpflegen sollten zentralisiert werden. Einerseits um die Zusammenarbeit zu erleichtern, aber auch um Mietkosten zu sparen. Eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern wurde dafür im Westflügel an der Turbinenstrasse reserviert.

Präsidien wollten nicht

Doch der Stadtrat hatte die Rechnung ohne die Schulpflegepräsidenten gemacht. Sie wollten nahe an den Schulen bleiben. Der Stadtrat liess daraufhin ein Rechtsgutachten erstellen, um herauszufinden, ob er die Schulpflegen zwingen durfte. Das Gutachten kam zum Schluss, dass dem nicht so sei.

Über eineinhalb Jahre blieb die Fläche leer. Ende 2016 wurden Arbeitsplätze der Abteilung Grundsteuern sowie der Informatikabteilung in den Westflügel verlegt, ebenso Sitzungszimmer. Aktuell sind laut Erich Dürig,Bereichsleiter Immobilien der Stadt, nur noch rund 240 Quadratmeter frei. Seit Mai 2015 zahlt die Stadt für die Fläche monatlich 28 000 Franken Miete.

Neue Ausgangslage

Nun werden am Sonntag die Schulpflegen gewählt und es ist gut möglich, dass in drei von vier Kreisen neue Präsidentinnen und Präsidenten ins Amt kommen. Dies gibt Gelegenheit, die Frage nach den Bürostandorten noch einmal aufzuwerfen.

«Für alle ist klar, dass die Schulleitenden in die Schulhäuser und somit an den Ort gehören, wo ihre Mitarbeitenden tätig sind.»Felix Müller

Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) sagt dazu: «Meine Erfahrungen mit der positiven Zusammenarbeit des Departements Schule und Sport am zentralen Standort zeigen, dass es von grossem Vorteil gewesen wäre, wenn die Schulpflege auch in den Superblock gezogen wäre. Wenn die neu gewählten Präsidien nach den Sommerferien diese Frage wieder aufnehmen möchten, bin ich sehr offen dafür.» Laut Altwegg müsste man jedoch den Platzbedarf der Schulpflegen nochmals genau ermitteln, da ja nicht mehr die ganze Fläche zur Verfügung stehe.

Die Präsidiums-Kandidierenden stehen einem möglichen Umzug weg von den Standorten im Kreis zum Superblock unterschiedlich gegenüber. René Schürmann (CVP), bisheriger Präsident in Veltheim-Wülflingen, ist zwar offen, findet aber, es sei der falsche Zeitpunkt, um einen Umzug zu diskutieren. «Zuerst soll die Behördenreorganisation abgewartet werden. Die Frage ist in diesem Kontext zu behandeln.» Grundsätzlich sei er dem Superblock nicht abgeneigt, da die Wege kürzer seien und der Austausch einfacher.

«Ein falsches Signal»

Skeptischer ist Felix Müller (parteilos), bisheriger Präsident im Kreis Stadt-Töss. «Für alle ist klar, dass die Schulleitenden in die Schulhäuser und somit an den Ort gehören, wo ihre Mitarbeitenden tätig sind. Da ist es nicht einsichtig, dass die Vorgesetzten der Schulleitenden möglichst weit weg von ihrem Personal angesiedelt werden, nämlich bei der Zentralverwaltung.» Nur wenn die Schulkreise organisatorisch ein Gesicht erhielten, also einen Standort im Quartier, könne eine Kultur entstehen. «Die Führung der Schulleitungen zu zentralisieren, ist zum heutigen Zeitpunkt das falsche Signal.»

«Im Austausch sein»

Seine Konkurrentin ums Präsidium im Kreis Stadt-Töss, Chantal Galladé (SP), dagegen würde sehr gern in den Superblock ziehen. «Das entspricht meiner Einstellung und meiner Arbeitsweise. Ich möchte mit anderen zusammenarbeiten und vernetzt und im Austausch sein.» Es seifür die Leute zumutbar, in den Superblock zu kommen. Und sie selber werde ohnehin im Schulkreis präsent sein.

«Positiv ist, dass die Informationswege zur Stadtverwaltung und zu den anderen Präsidien kürzer sind und Miete gespart werden könnte.»Beat Meier (FDP)

Noch nicht festlegen will sich Christoph Baumann (SP), Kandidat in Oberwinterthur. «Eine Konzentration der Schulpflegepräsidien würde bezüglich Zusammenarbeit auf der gesamtstädtischen Ebene Vorteile bringen. Als Präsident wäre mir aber der nahe Austausch und Kontakt zu den Schulen, insbesondere den Schulleitungen, ein zentrales Anliegen.» Er empfehle, die Vor- und Nachteile einer Zusammenlegung sorgfältig abzuwägen und im Rahmen der Schulbehördenreorganisation fundierte Überlegungen dazu anzustellen.

Ähnlich äussert sich Martha Jakob (GLP), die fürs Präsidium in Seen-Mattenbach kandidiert. Der Zeitpunkt, um über einen Umzug nachzudenken, sei ungünstig. «Ich möchte mir zuerst einen Überblick verschaffen und eine Nähe zu den Schulen und den Schulleitungen sowie der Kreisbehörde aufbauen und pflegen.» Auch wenn ihr die Zusammenarbeit mit der Zentralschulpflege wichtig sei, nähme sie zu Beginn die grössere örtliche Distanz zu dieser in Kauf.

Vor- und Nachteile

Konkurrent Beat Meier (FDP) dagegen ist der Meinung, die Präsidien und Sekretariate könnten gut in den Superblock ziehen. «Die Räume sind zentral und verfügen über eine gute Infrastruktur. Positiv ist weiter, dass die Informationswege zur Stadtverwaltung und zu den anderen Präsidien kürzer sind und Miete gespart werden könnte.» Er sehe aber auch Nachteile, etwa in der grösseren Distanz zu den Schulen und den Eltern. Zudem verschwinde der lokale Charakter des Schulkreises. (Der Landbote)

Erstellt: 03.06.2018, 16:36 Uhr

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