Andelfingen

SVP heizt Debatte über Grossfusion an

Mit einer professionell verfassten Medienmitteilung schiesst die SVP Andelfingen gegen das Fusionsprojekt. Dahinter steht die Agentur des umstrittenen Politwerbers Alexander Segert. 

In der Region Andelfingen werden derzeit zwei grosse Gemeindefusionen geprüft.

In der Region Andelfingen werden derzeit zwei grosse Gemeindefusionen geprüft. Bild: Johanna Bossart

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Die Weinländer Gemeinden Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelflingen und Thalheim prüfen zurzeit zwei Fusionen: der sechs Politischen Gemeinden zum einen und aller Schulen zum anderen. Seit der Grundsatzabstimmung vom April 2018 über die Prüfung dieser beiden Fusionen ist es aber ruhig geworden. Man arbeite intensiv an den Grundlagen, teilen die Gemeindebehörden in regelmässigen Abständen mit.

Doch nun hat die SVP Andelfingen die Ruhe ausgenutzt und kritisiert das Fusionsprojekt in einer Mitteilung scharf. So zählt die Partei fast ein Dutzend Kontra-Argumente auf. So etwa, dass eine Fusion Bewährtes zerstöre oder es in grösseren Gemeinden mehr Kriminalität und Vandalismus gebe. Die SVP informiert ab jetzt mit einem Newsletter über die «Schattenseite einer solchen Mega-Fusion».

«Richtung Angstmacherei»

Dass sich die SVP mit der möglichen Vereinigung der Gemeinden und Schulen der Region Andelfingen beschäftige, «ist gut so». Das sagt Hansruedi Jucker, Gemeindepräsident von Andelfingen und Leiter der Steuerungsgruppe. Die Partei formuliere einige wichtige Fragen, die man sich im Fusionsprojekt auch stelle. Hier endet allerdings das Verständnis der Steuerungsgruppe, der alle Präsidenten angehören. Die SVP komme ausschliesslich zu negativen und skeptischen Antworten, «welche in Richtung vorsorglicher und unbegründeter Angstmacherei gehen», wie Jucker in Namen der Gruppe sagt. Auch sei es für Antworten «noch viel zu früh». Denn derzeit würden zahlreiche Personen an verschiedenen wichtigen Themen arbeiten. «Erhärtete Erkenntnisse» werden laut Jucker laufend kommuniziert. Ab Ende Februar soll auch die Bevölkerung über eine Website mitdiskutieren können, später an Veranstaltungen. «Das SVP-Flugblatt ist ein Schnellschuss», sagt Jucker weiter. Im Gegensatz dazu sei das Fusionsprojekt «von seriöser Arbeit und hoher Transparenz geprägt».

 «Das SVP-Flugblatt ist ein Schnellschuss.»Hansruedi Jucker, Gemeindepräsident Andelfingen und Leiter Steuerungsgruppe

SVP-Werber zieht die Fäden

In der SVP Andelfingen ist auch Kleinandelfingens Gemeindepräsident Peter Stoll, der wiederum in der Steuerungsgruppe des Fusionsprojekts sitzt. Sein Andelfinger Amtskollege Hansruedi Jucker, der diese Gruppe leitet, ist von Stoll nicht vorgängig über das SVP-Flugblatt informiert worden. In der Andelfinger SVP sticht noch ein Name ins Auge: Alexander Segert. Der umstrittene Politwerber ist Vizepräsident und zuständig für das Ressort «Werbung und Kommunikation». Er wurde bekannt mit seinen Schwarze-Schäfchen- und Anti-Minarett-Plakaten. Von einer Beraterin seiner Agentur wurde auch die Medienmitteilung zum Andelfinger Fusionsprojekt verschickt.

Erstellt: 04.02.2019, 20:04 Uhr

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