Dietikon

SVP setzt Kopfgeld auf Vandalen aus

Nachdem Plakate zerschnitten worden sind, zahlt die SVP Dietikon 500 Franken für Hinweise.

Die zerfetzte SVP-Blache in Dietikon.

Die zerfetzte SVP-Blache in Dietikon. Bild: PD

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Am Montag reichte der Präsident der SVP Dietikon, der Dietiker Kantonsrat Rochus Burtscher, bei der Kantonspolizei eine Anzeige gegen unbekannt ein. Wegen Sachbeschädigung. Denn die beiden grossen Wahlblachen an der Kreuzung von Weininger- und Überlandstrasse in Dietikon – an der täglich Zehntausende Menschen vorbeifahren – wurden zerstört.

«Selten ganze Blachen zerstört»

Passiert ist es in der Nacht auf Samstag. «Offenbar fehlt es den Chaoten an Argumenten und am Mumm zu einem Diskurs von Angesicht zu Angesicht. Hasserfüllt zerstören sie darum lieber fremdes Eigentum», sagt Burtscher. Das habe in der Schweiz keinen Platz und werde von der Wählerschaft sicherlich nicht gutgeheissen.

Burtscher ist überzeugt, dass Werbemittel der SVP häufiger beschädigt werden. Zudem verändert sich die Dimension des Vandalismus. Kritzeleien oder Kleber ist man sich heute gewohnt. Dass aber Werbeblachen komplett zerstört werden, kommt seltener vor. Die eine zerschnittene Blache warb mit dem Sünneli für die SVP. Die andere zeigt Jürg Sulser, SVP-Kantonsrat aus Otelfingen im Bezirk Dielsdorf.

«Rote Linie überschritten»

Bei solchem Vandalismus wie jetzt in Dietikon will die SVP nicht mehr länger zusehen. Bei der Zerstörung von privatem Eigentum oder persönlichen Angriffen auf politische Exponenten werde die rote Linie überschritten, ob es um die SVP oder eine andere Partei gehe, sagt Burtscher.

Darum reicht die SVP nicht nur Anzeige ein, sondern setzt auch ein Kopfgeld auf die Vandalen aus. «Wir bezahlen 500 Franken für Informationen, die zur tatsächlichen Ergreifung der Täterschaft führen», sagt Burtscher. Hinweise könne man an ihn richten, die dann der Polizei weitergeleitet werden.

Die SVP Dietikon verurteile die Zerstörung politischer Werbung aufs Schärfste, auch wenn andere Parteien betroffen seien. «Darum schöpfen wir jetzt alle Möglichkeiten aus, damit die Täter dingfest gemacht werden können und eine gerechte Strafe erhalten», sagt Burtscher. Die blinde Zerstörungswut einzelner Chaoten passe schliesslich nicht zur hiesigen Kultur. In der Schweiz habe man über Generationen hinweg anderen Meinungen Respekt gezollt. «Die Chaoten belasten mit ihren Aktionen das politische Klima unnötig und stellen eine Schande für unser demokratisches Staatsgebilde dar», so Burtscher.

Den Sachschaden an den beiden Blachen beziffert die SVP auf 1000 Franken, wie aus der Anzeige hervorgeht. Der Anzeige ist auch zu entnehmen, dass die Wahlblachen nicht versichert waren.

Mehrere Anzeigen

Schon Ende September hatte die SVP des Bezirks Andelfingen Anzeige eingereicht, als ihre Blachen zerschnitten wurden. Dass die Blachen nicht mehr überklebt, sondern einfach zerstört werden, sei ein Zeichen zunehmender Verrohung der Gesellschaft, teilte die SVP Andelfingen damals mit. Ein Kopfgeld hatten die Andelfinger aber – anders als die Dietiker – nicht ausgesetzt.

Erstellt: 08.10.2019, 17:44 Uhr

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